Prävention

Die Evangelische Landeskirche in Württemberg ist sich ihrer Verantwortung bewusst, die sich aus der Trägerschaft vieler Kinder- und Jugendeinrichtungen ergeben. Den Einrichtungen in der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und schutzbedürftigen Erwachsenen wird dabei ein hohes Vertrauen entgegengebracht. Prävention sexualisierter Gewalt soll in allen Bereichen der Landeskirche und der Diakonie in der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und schutzbedürftigen Erwachsenen ein Thema sein. Das ist keine Sache, die nebenher geschieht, sondern muss bewusst in die Wege geleitet werden. Die Ergebnisse des Monitorings des unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung haben einen großen Bedarf an Unterstützung- und Schulungsangeboten in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg gezeigt.

Für den weiteren Ausbau des Präventionskonzeptes in Kirchengemeinden, Werken und Einrichtungen gibt es seit 1. Juni 2014 eine halbe Stelle für zunächst drei Jahre. Während der kommenden drei Jahre sollen verstärkt ehren- und hauptamtlich Mitarbeitende für die Prävention von sexueller Gewalt sensibilisiert und Gemeinden und Einrichtungen dazu motivieren werden Risikoanalysen durchzuführen, Präventionskonzepte zu entwickeln und Selbstverpflichtungen umzusetzen. Eine Kultur des Hinschauens und das Vermeiden von Risikoorten ist dabei ein Leitgedanke. Nur wenn viele sensibilisiert sind, können wir einen sicheren Ort für Kinder und Jugendliche in unseren Einrichtungen bieten.

Mit der Zeit werden Sie hier auf dieser Seite vermehrt allgemeine Hinweise, Informationen und Hilfen für die unterschiedlichen Zielgruppen zur Prävention sexualisierter Gewalt finden.

Für die Umsetzung des Leitgedanken "Einen sicheren Ort für Kinder und Jugendliche bieten" empfehlen sich folgende Schritte:

  • Erstellung einer Risikoanalyse (auf Gemeinde, Dekanats oder Einrichtungsebene)
  • Entwicklung eines einrichtungsspezifischen Kinderschutzkonzeptes/Präventionskonzeptes
  • Kinderschutzorientierte Personalentwicklungsmaßnahmen müssen eingeführt werden
  • Einrichten eines internen Beschwerdeverfahrens, Benennung einer Ansprechperson für Kinder, Jugendliche und Erwachsene
  • Einsetzen einheitlicher Beobachtungs- und Dokumentationsbögen (siehe Seite Intervention)
  • Partizipation von Kindern, Jugendlichen und Eltern
  • Regelmäßig stattfindende Aus- und Fortbildungsmaßnahmen für Mitarbeitende müssen fester Bestandteil sein

Arbeitshilfen und Beispiele für diese Schritte sind im weiteren Verlauf dieser Seite aufgeführt und werden erweitert und überarbeitet.

  • Arbeitsblätter zur Erstellung einer Risikoanalyse
    • Anlage 1: Kultur der Achtsamkeit
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      07.09.2015

    • Anlage 2: Checkliste zur Unterstützung einer Risikoanalyse
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    • Anlage 3a: Memoskizze / Dokumentation für Risikoanalyse
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    • Anlage 3b: Aktionsplan
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    • Anlage 4: Matrix zur Bewertung und Selektion von Risiken
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© Evangelisches Jugendwerk in Württemberg

Für den Bereich der Jugendarbeit gibt es auf der Seite des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg Richtlinien, Empfehlungen, die Arbeitshilfe "Menschenskinder, ihr seid stark!" und vieles mehr.

Gerne veröffentlichen wir hier gelungene Präventionskonzepte aus der Landeskirche.

Selbstverpflichtungen und Verhaltenskodizes innerhalb der Landeskirche

Ein gutes Instrument in der Sensibilisierung und Thematisierung von sexualisierter Gewalt mit ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitenden ist eine Selbstverpflichtung / Verhaltenskodex. Unterschiedliche Bereiche haben sich inzwischen mit dieser Thematik beschäftigt, haben Fachtage zur gemeinsamen Erstellung einer Selbstverpflichtung organisiert. So gibt es Selbstverpflichtungen für

Wie die Selbstverpflichtung des ejw in der Praxis umgesetzt werden kann, zeigt die Erweiterung der Evangelischen Jugend Stuttgart. Hier ist die Selbstverpflichtung ein Teil der Vereinbarung (im Rahmen des Bundeskinderschutzgesetz) mit dem Jugendamt

Erweitertes polizeiliches Führungszeugnis

Das Bundeskinderschutzgesetz fordert mit der Regelung des § 72a SGB VIII die Vorlage eines erweiterten polizeilichen Führungszeugnisses. Damit soll verhindert werden, dass in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen Personen beschäftigt werden, die rechtskräftig wegen einschlägiger Straftatbestände verurteilt wurden. In das erweiterte Führungszeugnis werden auch einschlägige Verurteilungen unterhalb der Bagatellgrenze aufgenommen. Für hauptamtlich Beschäftigte ist die Vorlage eine erweiterten Führungszeugnisses bei Beschäftigungsbeginn und in Folge alle 5 Jahre Standard.

In Vereinbarungen mit dem örtlichen Träger der Jugendhilfe (z.B. städtisches Jugendamt oder Landratsamt) wird entsprechendes Vorgehen bei ehrenamtlichen Mitarbeitenden festgelegt. Dabei kann hierfür eine detaillierte Regelung getroffen werden, die sich nach Art, Intensität und Dauer des Kontaktes mit Kindern und Jugendlichen richtet.

In der Praxis gibt es unterschiedliche Erfahrungen. Immer ist jedoch die Auseinandersetzung mit einer Selbstverpflichtung (Verhaltenskodex) ein intensiveres, umfassenderes und empfehlenswertes Instrument, auch wenn die Einsicht in ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vereinbart ist.

Das Evangelische Jugendwerk in Württemberg (EJW) hat eine Empfehlung für die Bezirks- und Ortsebene für den Bereich "Prävention vor sexualisierter Gewalt" in der evangelischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Württemberg erstellt. Sie ist eine Hilfestellung für die Vereinbarungen mit den öffentlichen Trägern der Jugendhilfe. Auch für den Umgang mit der Einsichtnahme von erweiterten Führungszeugnissen Ehrenamtlicher finden sich Empfehlungen und Fragestellungen für die eigene Klärung.

Einstellung von hauptamtlichem Personal

Schon bei Bewerbungsgesprächen kann die Sprache auf das Präventionskonzept der Einrichtung oder Gemeinde kommen. Damit signalisiert das Auswahlgremium den Bewerberinnen und Bewerbern, dass die Einrichtung sensibilisiert ist und sich dem Thema „Prävention sexualisierter Gewalt“ angenommen hat. Wenn es schriftliche Vereinbarungen gibt und klare Handlungskonzepte ist das ein Signal, dass Grenzüberschreitungen nicht hingenommen werde, sondern klare Konsequenzen hat.

Im Bereich der Landeskirche wird ein modulares Fortbildungsangebot für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren für den Bereich Prävention sexualisierter Gewalt entwickelt.

Sobald Termine feststehen, werden sie an dieser Stelle veröffentlicht. Dekanate/Kirchenkreise/Arbeitsbereiche können sich zusammenschließen und eine Unterstützung aus der Projektstelle erhalten.

Das Evangelische Jugendwerk in Württemberg bietet Schulungen für ehren- und hauptamtliche Mitarbeitende unter dem Titel "Menschenskinder, ihr seid stark" an. 

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    • Filmliste
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      07.09.2015

    • Literaturliste
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    • Ebenen und konkrete Maßnahmen institutioneller Prävention
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    • Bausteine der Prävention (AmynA)
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    • Antrag Führungszeugnisse
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    • In § 72 a Abs. 1 SGB VIII benannte Straftatbestände aus dem Strafgesetzbuch
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      07.09.2015