Hilfe und Anerkennung

Im November 2011 haben die Mitglieder des "Runden Tisches Sexueller Kindesmissbrauch" ihren Abschlussbericht vorgelegt. In diesem wurden ergänzende Hilfesysteme für Menschen empfohlen, die in ihrer Kindheit und Jugend sexuellen Missbrauch in der Familie oder in Institutionen erlitten haben und noch heute unter den Folgewirkungen leiden.

Leistungen in Anerkennung des erlittenen Leids

Die Evangelische Landeskirche in Württemberg hat zur Aufarbeitung in ihrem Verantwortungsbereich eine Unabhängige Kommission für die Gewährung von Leistungen in Anerkennung des erlittenen Leids eingesetzt. Sie übernimmt damit Verantwortung für das Leid, das Menschen, die als Kinder oder Jugendliche durch Mitarbeitende der württembergischen Landeskirche oder Diakonie durch sexualisierte Gewalt erfahren haben und gewährt „Leistungen in Anerkennung des erlittenen Leids“.

Die Landeskirche übernimmt die Auszahlung der Ergänzenden Hilfeleistungen (Sachleistungen) gemäß Empfehlung der Clearingstelle des Bundes, sofern diese dem Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Württemberg oder einer seiner – der Evangangelischen Landeskirche in Württemberg zugeordneten – Mitgliedseinrichtungen zuzuordnen sind. Ferner zahlt sie pauschale Leistungen in Anerkennung des erlittenen Leids (Anerkennungsleistungen) in Höhe von 5.000 Euro für jeden von der Unabhängigen Kommission für die Gewährung von Leistungen in Anerkennung des erlittenen Leids anerkannten Einzelfall.

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2.2.2017

Merkblatt Anerkennungsleistungen
Allgemeine Informationen, Hinweise zum Verfahren sowie Ansprechpartner/innen.

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06.03.2017

Antrag Anerkennungsleistungen
Antrag auf Leistungen in Anerkennung des Leids, das Betroffenen sexualisierter Gewalt in Körperschaften und Einrichtungen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und in Mitgliedseinrichtungen des Diakonischen Werkes Württemberg, die der Evangelischen Landeskirche in Württemberg zugeordnet sind, zugefügt wurde.

I. Fonds Sexueller Missbrauch im familiären Bereich

Betroffene von sexuellem Missbrauch im familiären Bereich können seit dem 1. Mai 2013 Sachleistungen bis zu 10.000 Euro beantragen. Antragsberechtigt sind Menschen, die als Kinder oder Jugendliche im familiären Bereich sexuell missbraucht wurden, also zum Tatzeitpunkt minderjährig waren. Der Bund stellt für den Fonds 50 Millionen Euro zur Verfügung. Zu den Leistungen, die unter bestimmten Bedingungen gewährt werden können, gehören unter anderem psychotherapeutische Hilfen, Kosten der individuellen Aufarbeitung des Missbrauchs, Unterstützung bei Weiterbildungs- und Qualifikationsmaßnahmen sowie sonstige Unterstützung in besonderen Härtefällen.

II. Institutioneller Bereich

Wenn Sie in Ihrer Kindheit oder Jugend in einer Institution sexuell missbraucht wurden, können Sie ebenfalls mit dem vorliegenden Formular einen Antrag auf Erhalt von Hilfeleistungen stellen. Es handelt sich hierbei formal um einen Antrag an die Institution. Die Geschäftsstelle des Fonds Sexueller Missbrauch nimmt den Antrag entgegen. Auf der Homepage finden Sie auch Beratungsstellen in ihrer Nähe.

Antragsstellung für Hilfeleistungen aus dem Fonds

Viele Institutionen – darunter die Evangelische Kirche in Deutschland zusammen mit der Diakonie Deutschland – haben die Vereinbarung zur Beteiligung am Ergänzenden Hilfesystem verlängert (siehe Pressemitteilung des Bundesfamilienministeriums).

Ursprünglich war eine Frist zur Antragstellung bis 31. August 2016 vorgesehen. Diese Frist wurde nun bis Ende 2019 verlängert. Bis dahin soll die Reform des Sozialen Entschädigungsrechts umgesetzt sein.

Das Antragsverfahren im familiären Bereich unterscheidet sich wesentlich von dem Verfahren im institutionellen Bereich. Im familiären Bereich bewilligt der Bund die Leistungen, die aus Mitteln des Fonds Sexueller Missbrauch im familiären Bereich finanziert werden. Im institutionellen Bereich bewilligen und finanzieren die verantwortlichen Institutionen selbst die Leistungen. Daher gibt es nun für beide Teilbereiche des Fonds ein eigenes Antragsformular.

Informationen zum Antrag und alle Anlauf- und Beratungsstellen sind unter www.fonds-missbrauch.de zu finden.

Über ein kostenloses und anonymisiertes Infotelefon werden Fragen zum Fonds und zur Antragstellung gegeben: Telefon (0800) 400 10 50. 

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Info: 69 KB | PDF
12.01.2017

Pressemitteilung des Bundesfamilienministeriums
Ergänzendes Hilfesystem: Opfer sexueller Gewalt können weiter Hilfe beantragen

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23.02.2017

Antrag auf Hilfe aus dem EHS - Institutioneller Bereich
Antrag auf Hilfeleistungen aus dem Ergänzenden Hilfesystem für den institutionellen Bereich

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23.02.2017

Antrag auf Hilfe aus dem EHS - Familiärer Bereich
Antrag auf Hilfeleistungen aus dem Fonds Sexueller Missbrauch im familiären Bereich

Fonds "Heimerziehung"

Die Angebote des Fonds "Heimerziehung West" richtet sich an Personen, die als Kind oder Jugendliche in den Jahren 1949 bis 1975 in Deutschland in vollstationären Einrichtungen zum Zweck der öffentlichen Erziehung untergebracht waren und eine Minderung von Rentenansprüchen aufgrund nicht gezahlter Sozialversicherungsbeiträge erlitten haben, und/oder bei denen ein Folgeschaden und besonderer Hilfebedarf aufgrund von Schädigungen durch die Heimerziehung vorliegen.

Bis zum 31. Dezember 2014 konnten betroffene ehemalige Heimkinder ihre Ansprüche bei Ihrer zuständigen Anlauf- und Beratungsstelle anmelden. Registrierte Betroffene können noch innerhalb der Fondslaufzeit (bis. 31. Dezember 2018) Beratungsleistungen in Anspruch nehmen und Vereinbarungen über Fondsleistungen abschließen.

Neuanmeldungen können nicht mehr entgegen genommen werden. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Seite des Fond Heimerziehung 

Die EKD hat eine Handreichung herausgebracht, die insbesondere Kirchengemeinden, aber auch andere kirchliche Arbeitsbereiche bei der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt ermutigen und unterstützen will. "Unsagbares sagbar machen" versteht sich als eine Anregung zur Bewältigung von Missbrauchserfahrungen insbesondere in evangelischen Kirchengemeinden. Die Broschüre ist im Büro für Chancengleichheit zu erhalten oder hier als Download.

In den Evangelischen Landeskirchen in Deutschland gibt es Ansprechpartner/innen für Missbrauchsopfer. Wer für Sie zuständig ist, können sie hier erfahren.

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      2.2.2017

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      06.03.2017