Karfreitag
Der Sterbetag Jesu

- Das Kruzifix erinnert in christlichen Kirchen an die Leiden Jesu. [Foto: Pressestelle]
Der Name kommt aus dem Althochdeutschen, wo „kara“ Wehklage bedeutet. Für viele evangelische Christen hat der Karfreitag eine besondere Bedeutung. Dieser Tag erinnert an das Leiden und Sterben Jesu in besonderer Form: Die schwarzen Paramente an Altar und Kanzel heben den Karfreitagsgottesdienst ebenso hervor wie die Tatsache, dass die Altarkerzen an diesem Tag nicht brennen.
In der biblischen Leidensgeschichte Jesu kommen die Ereignisse in Jerusalem am Karfreitag zu ihrem Höhepunkt. Nach der Festnahme Jesu in der Nacht von Donnerstag auf Freitag muss schnell entschieden werden, was mit ihm geschehen soll. Denn am darauffolgenden Tag, dem Sabbat, muss alles ruhen. So wird die Hinrichtung Jesu beschlossen und an der traditionellen Hinrichtungsstelle Jerusalems, der Schädelstätte (= Golgatha) vollzogen. Am gleichen Abend noch wird der Leichnam Jesu vom Kreuz abgenommen und beigesetzt, damit der Sabbat ungestört anbrechen kann.
Höhepunkt im Kirchenjahr

- Jesus wurde gekreuzigt. [Foto: Pressestelle]
Christen aller Konfessionen feiern den Karfreitag im Zusammenhang mit Ostern als eines der höchsten Feste des Kirchenjahrs. Nach christlichem Glauben litt und starb Jesus aufgrund seiner Predigt über Gott den Märtyrertod und nahm als „Gottesknecht“ im Kreuzestod freiwillig die Schuld aller Menschen auf sich. Durch den Tod und die Auferstehung Jesu wird dem Christen Sündenvergebung und damit Errettung aus dem Tod und ewiges Leben ermöglicht. In Kreuz und Auferstehung wird für Christen deutlich, dass die im Gottessohn geglaubte Zuwendung des Schöpfergottes zu den Menschen eben nicht an Gewalt und Tod ihre Grenzen findet. Das Karfreitagsgeschehen ist nicht für sich genommen zu betrachten, sondern steht in einer Reihe mit Ostern, Christi Himmelfahrt und Pfingsten. Nicht der Tod Jesu ist alleine das Große, sondern der Sieg Jesu über Hölle, Tod und Grab.
In vielen evangelischen Gemeinden ist der Empfang des Abendmahls an diesem Tag ein fester Bestandteil des Gottesdienstes. In anderen Kirchengemeinden wird der Karfreitag in altkirchlicher Tradition bewusst ohne Abendmahl gefeiert. Als liturgische Farbe gilt schwarz, auch wenn häufig auf jegliche Paramente verzichtet wird. Die Altarkerzen brennen an diesem Tage nicht und auch auf Blumenschmuck wird gewöhnlich verzichtet. Zudem schweigen am Karfreitag – wie auch am Karsamstag –mancherorts in Anlehnung an die katholische Tradition sämtliche Glocken oder es läutet nur die größte Glocke. In manchen evangelischen Kirchen findet neben dem Hauptgottesdienst am Morgen oder stattdessen eine Feier zur Todesstunde Jesu um 15 Uhr oder eine musikalische Aufführung, etwa der Johannespassion, statt.





