Brot für die Welt zum Erntedank
"Essen gehört nicht in den Müll"
Zu Erntedank kritisiert "Brot für die Welt" die ungeheure Verschwendung von Lebensmitteln. Das evangelische Hilfswerk betont, dass Essen nicht in den Müll gehört. In Deutschland werden im Jahr 80 Kilogramm pro Kopf weggeworfen.

- In vielen Teilen der Welt leiden die Menschen an Hunger. [Foto: SWR]
Das evangelische Hilfswerk macht darauf aufmerksam, dass schon Schüler Pausenbrote wegwerfen. "Brot für die Welt" fordert die Abkehr von Verschwendung. Denn übermäßiger Konsum und Verschwendung seien indirekt für den Hunger in der Welt verantwortlich, so das Werk in einer Pressemitteilung. Fast eine Milliarde Menschen litten Hunger.
Christen sagten an Erntedank Danke für die Gaben, die Gott geschenkt hat. "Brot für die Welt" wies arauf hin, dass viele diese Gaben nicht schätzen. "Denn die Hälfte der Lebensmittel, die weggeworfen werden, könnten noch gegessen werden. Vom Essensmüll der USA und von Europa könnten eine Milliarde Hungernder siebenmal satt werden." Es könne aber nicht die Lösung des Hungerproblems sein, diese Lebensmittel zu den Hungernden zu schicken, betont Bernhard Walter, der Ernährungsexperte von "Brot für die Welt". "Man muss die Produktion vor Ort verbessern. Mit nachhaltiger Landwirtschaft, die die Bauern in das Zentrum stellt, lässt sich die Produktion steigern, ohne Umwelt und Klima zu schädigen." Es gelte auch, mit den Bauern Methoden zu entwickeln, um Lebensmittelverluste vor Ort zu vermeiden. Denn rund ein Drittel der Ernte gehe gleich verloren, zum Beispiel wegen schlechter Lagerbedingungen oder wegen Ungeziefers.
Kleinbauern in den armen Ländern litten unter struktureller Vernachlässigung der Landwirtschaft sowie den Folgen des Klimawandels. Konflikte kämen dazu wie am Horn von Afrika, wo die schlimmste Dürre seit 60 Jahren eine Hungerkatastrophe ausgelöst hat, so "Brot für die Welt" weiter.
Weitere Informationen: www.brot-fuer-die-welt.de
In den Kinos läuft derzeit der Film "Taste the waste", eine Dokumentation zum Thema Lebensmittelverschwendung.
Taste the waste
Interview von Matthias Huttner von der Agentur für Privatradio in Württemberg mit dem Regisseur von Taste the waste zum Dokumentarfilm.
2:42 Minuten




