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Zweiter Advent


Der kommende Erlöser: Jes 63,15-19 i.A. 64,1-3

Der zweite Advent spricht von den Folgen des Kommens Gottes. Gott kommt als Erlöser und Vollender. Die Vorstellung der damaligen Zeit ist die eines großen Weltgerichtes, in dem zwischen gott-nahen und gott-fernen Dingen klar unterschieden wird.


Das Kommen des Erlösers ist daher gleichzeitig das Kommen des endzeitlichen Richters. Erlösung geschieht nach diesem Verständnis den Erlösten zum Heil, aber den Gottfernen zur ewigen Verdammnis. Sie ist insoweit nicht eindeutig und hat immer auch ein erschreckendes, verunsicherndes Moment.

Der Predigttext steht in dieser Linie. Die zeitgeschichtliche Situation des alttestamentlichen Propheten ist eine Zeit der Unsicherheit. Die Judäer sind aus dem babylonischen Exil zurückgekehrt, das erwartete Heil ist aber ausgeblieben. Von daher sehnen sie sich nach dem Kommen des Erlösers, in der festen Überzeugung, dass es ihnen zum Heil geschieht, ihren Feinden aber zur Verdammnis.


[Foto: Fotolia, Klaus-Peter Adler]

Die Reformation hat diese Doppeldeutigkeit des Gerichtes nicht beseitigt, aber einen wesentlichen Aspekt hinzugefügt. Das Gericht ist nicht ein Gericht, das ausschließlich nach den Werken geschieht, sondern es ist ein Beziehungsgeschehen. Der Richter ist Jesus Christus selbst, der nach dem Maßstab der Liebe urteilt. Insoweit brauchen sich Christen nicht vor dem Gericht zu fürchten, weil sie den Richter kennen. Das heißt aber umgekehrt natürlich nicht, den Ernst des Gerichtes zu leugnen. Das Gericht Gottes ist gewiss, gewiss dürfen sich aber auch die sein, die sich zu Christus halten. 

Frank Zeeb

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