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Der kommende Herr: Offenbarung 5,1-14

[Frank Zeeb: Quelle privat]

Die vier Adventssonntage sind die Vorbereitung auf die Weihnachtszeit. Wenn das Jahr sich erneuert, werden wir hineingenommen in eine dreifache Bewegung, die jeweils mit dem Kommen Gottes zu tun hat: Gott kommt zu uns in einem Kind. Wir bereiten uns im Advent vor, dass wir uns sein Kommen in  den Weihnachtsgottesdiensten vergegenwärtigen. Wir erinnern uns an sein Kommen als historische Tatsache. Und wir blicken hinaus in die Zukunft, wenn er als endzeitlicher Erlöser zu uns kommt. Insoweit ist Advent immer dreifach zu feiern: als ein Gedenken an die Vergangenheit, als ein Hinweis auf christliches Leben in der Gegenwart und als eine Vorahnung für die Zukunft.

Der Predigttext nimmt diese dreifache Linie auf: Die Christen der johanneischen Gemeinden in Kleinasien leben in einer bedrängten Situation. Sie kennen sich gut aus in den Schriften des Alten Testamentes und wissen um Gottes Heilstaten in der Vergangenheit. Alles dies wird im Predigttext angedeutet. Das Schwergewicht liegt aber auf der Zukunft: Was dem Seher hier gezeigt wird, ist der Thronsaal Gottes. Es geht um die Übergabe der Herrschaft. Dieser Vorgang war in der profanen Welt rituell genau geregelt. Die Pointe hier ist, dass diese Liturgie christlich gedeutet wird. Gott übergibt seinem Sohn die Weltherrschaft. Das Lamm ist Opfer und Sieger zugleich. Sein Kommen in die Welt endet am Kreuz und wird genau deshalb zum Triumphzug. Es ist der Sieg der Liebe und der Hingabe. 

Kirchenrat Frank Zeeb


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