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Dritter Advent


Der Vorläufer des Herrn: Römer 15,(4)5-13

Der dritte Advent steht im Zeichen der Solidarität, meint Kirchenrat Frank Zeeb. [Foto: Printemps - Fotolia.com]

Der dritte Advent hat als Thema die Menschen, die kurz vor der Ankunft des Erlösers im Mittelpunkt stehen. In der evangelischen Tradition ist das Johannes der Täufer, in der katholischen Tradition auch Maria, die Mutter Jesu. Voller Vorfreude erwarten diese Menschen das Kommen Jesu. Maria als seine Mutter, Elisabeth – ihre Cousine – spürt, dass das Kind Marias etwas besonders sein wird und Johannes verkündigt dann bei der Taufe den, der nach ihm kommen soll. In vielen Kirchen der Ökumene macht man das durch ein kleines Symbol deutlich. Die Farbe des dritten Adventssonntag ist dort nicht „Violett“, die Farbe der Buße, sondern rosa. Rosa steht für die Freude und der 3. Advent heißt in diesen Kirchen "Gaudete" – "Freut euch".

Unser Predigtext drückt das mit den Bildern des Lobes und der Hoffnung aus. Die Hoffnung auf das Kommen Gottes hat Folgen für das Leben und die Haltung der Menschen. Sie verbindet Völker im gemeinsamen Lob Gottes. Dazu muss man wissen, dass die damalige Welt und die frühe Christenheit sehr stark vom Gegensatz zwischen Juden und "Heiden" (also Nichtjuden) geprägt war. Dieser Gegensatz ist aufgehoben in Jesus Christus. Gott nimmt um Christi Willen alle Menschen ungeachtet ihrer Herkunft und Nationalität an. Die Christen sollen diese Unterschiede dann auch nicht mehr machen. Das ist aber mehr als wohlfeile, romantische Rede von Solidarität. Es geht darum, dass Gott selbst durch sein Kommen die Unterschiede ausgleicht. Was im Advent in unseren Alltag leuchtet, ist eine Vision von unterscheidungsfreier Gleichheit: Im Lob Gottes treten Hautfarbe, Nationalität, Geschlecht, Alter und andere Merkmale in den Hintergrund. Diese adventliche Hoffnung mag uns beflügeln, auch im Alltag ein bisschen davon wahr werden zu lassen, soviel an uns liegt.


Kirchenrat Frank Zeeb

 


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