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Studie: "Wie finden Erwachsene zum Glauben?"

Interview mit Kirchenrat Dan Peter

Die kürzlich erschienene Studie mit dem Titel "Wie finden Erwachsene zum Glauben?" zeigt, dass Menschen insbesondere zwischen 40 und 50 Jahren zum Glauben finden. elk-wue sprach mit Kirchenrat Dan Peter darüber, welche Konsequenzen die Evangelische Landeskirche in Württemberg daraus zieht.

elk-wue: Herr Peter, an der Studie haben etwas mehr als 500 Menschen teilgenommen. Wie repräsentativ ist das?
Dan Peter: Es handelt sich um die bislang größte Studie zum Thema „Glauben“ in der Bundesrepublik Deutschland. Die Mitgliederbefragungen der Landeskirchen sind meist auch nicht größer, sie fragen nur mehr Daten ab. Wir haben uns darauf konzentriert, wie sich die Beziehung zu Glauben, Kirche und Gott verändert hat. Wir haben nicht gefragt nach einem bestimmten Bekenntnis, sondern danach, ob sich die Einstellung zum christlichen Glauben verändert hat. Dabei ging es nicht darum, einen bestimmten Zeitpunkt festzulegen, sondern wir wollten den Grad der Veränderung wissen. Außerdem haben wir nicht nur im kirchlichen Bereich gefragt: 1/3 der Befragten waren nicht bis kaum kirchlich gebunden. Es gab im Übrigen kaum Unterschiede zwischen Ost und West.

elk-wue: Wie erklären Sie sich das?
Peter: Auch in Westdeutschland gehört eine kirchliche oder religiöse Erziehung mittlerweile nicht mehr selbstverständlich dazu – insofern hat also eine Ost-West-Angleichung stattgefunden.

elk-wue: Ein Ergebnis der Studie ist auch, dass gerade Menschen mit Mitte 40 zum Glauben finden. Wie ist das zu erklären?
Peter: Menschen zwischen 40 und 50 spielen in der Gesellschaft eine wichtige Rolle. Sie stehen meist voll im Berufsleben – aber ihre Lebensverhältnisse verändern sich – Ehen kommen in die Krise, Kinder gehen aus dem Haus. Da tauchen die Fragen auf: Was mache ich mit dem Rest meines Lebens? Will ich das so beibehalten oder möchte ich noch Änderungen vornehmen?“ In diesem Alter gibt es auch die meisten Austritte.

elk-wue: Welche Schlüsse ziehen Sie aus der Studie? Wie wollen Sie in Deutschland Menschen zum Glauben bringen?
Peter: wir wollen nicht Evangelisten entsenden, sondern Gemeindemitglieder sprachfähig machen. Ihnen zunächst Antworten auf die Fragen zu geben, die auch ihre Mitmenschen interessieren. Oft fehlt den Menschen in den Gemeinden einfach das Handwerkszeug. Sie wissen nicht, wie sie es ausdrücken sollen. Oder sie haben nicht das Selbstbewusstsein, dass Kirche etwas Tolles ist.  Zudem müssen wir ein Bewusstsein für die Aufgaben und Chancen wecken, die es hat, wenn man direkt auf Menschen zu geht, um sie zu unseren Angeboten einzuladen. Bibel-, Theologie- und Glaubenskurse sind hier gefragt. Wir wollen aber nicht zusätzliche Angebote einfordern, sondern das stärken, was vor Ort bereits vorhanden ist. Ein Drittes: Wir müssen unsere Pfarrer auch dahin gehend schulen, dass sie Rituale wie beispielsweise ein Ritual zum Kircheneintritt) leben und ausfüllen.

elk-wue: Das Verhältnis zwischen Ehren- und Hauptamtlichen ist nicht immer leicht.
Peter: Das ist ja das Spannende an der Studie: Ehren- und Hauptamtliche sind gleich wichtig.
elk-wue: Vielen Dank für das Gespräch.

(Wieder)Eintritt in die Kirche
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