11. September 1812
Gründung Württembergische Bibelgesellschaft
Ihr ursprüngliches Ziel war es, Bibeln zu einem günstigen Preis unters Volk zu bringen – zu einer Zeit, in der Bücher noch keine Massenartikel waren. Im Jahr 1912 wurde auf Initiative des Pfarrer Karl Friedrich Adolf Steinkopf die Gründung der Württembergischen Bibelgesellschaft veranlasst. Zahlreiche Impulse in Bezug auf die Art und Verbreitung der Bibeln gehen auf diese Gesellschaft zurück.

- Bibeln für alle erschwinglich zu machen, war der Grund für das Entstehen der Württembergischen Bibelgesellschaft.
Quelle: EMH
Bereits im Jahr 1852 gab die Württembergische Bibelgesellschaft die eigens gestaltete Traubibel heraus. Bis heute ist es Brauch, dass jedes Brautpaar bei seiner kirchlichen Trauung von der Kirchengemeinde eine Bibel dieser Art überreicht bekommt. 1967 wiederum brachte die Bibelgesellschaft etwas für die damalige Zeit Hochmodernes auf den Markt: Eine Bibel, die nicht mehr von der Übersetzung Luthers geprägt, sondern in moderner Sprache geschrieben ist. Nicht alle waren damals über diese Bibel im "normalen Deutsch" erfreut. Die "Gute-Nachricht-Bibel" wurde aber millionenfach verkauft und gelesen. Bis heute ist es eine Gradwanderung, in wie weit man für eine neue Ausgabe der Heiligen Schrift die aktuelle Sprache samt ihren neuen Entwicklungen übernimmt oder eher beim bislang vertrauten Text bleibt.
Andere Bibelausgaben der Württembergischen Bibelgesellschaft sind für die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Bibeltext bestimmt: Seit 1897 wird von Stuttgart aus das ursprünglich von Eberhard Nestle bearbeitete Neue Testament im Urtext herausgegeben. Dieses im Koiné-Griechisch geschriebene Neue Testament enthält auch die Anmerkungen zur "Textkritik", d.h. es wird auch aufgeführt, wo die unterschiedlichen Quellen des Urtextes leichte Unterschiede enthalten. Auch was das Alte Testament angeht, ist die Württembergische Bibelgesellschaft weltweit führend: Das allgemein verbreitete Alte Testament im Urtext heißt offiziell "Biblia Hebraica Stuttgartensia". Die "Stuttgartensia" kauft jeder Theologiestudent und arbeitet mitunter recht mühevoll mit der wissenschaftlichen Ausgabe des hebräischen Alten Testamentes.
Heute ist die Württembergische Bibelgesellschaft eine Abteilung der Deutschen Bibelgesellschaft. Bibeln so günstig anzubieten, dass jeder sich eine leisten kann, ist heute nicht mehr die Hauptaufgabe der Bibelgesellschaft. Die Württembergische Bibelgesellschaft initiiert inzwischen viele Projekte, um Menschen die Bibel verständlich zu machen und sie zum Bibellesen anzuregen. Eines davon war das Bibelmuseum in Stuttgart-Möhringen. Dieses musste 2009 geschlossen werden. Zum Jubiläum der Württembergischen Bibelgesellschaft im Herbst 2012 soll im Zentrum der Landeshauptstadt ein neues Bibelmuseum eröffnet werden.
Dietrich Hub
Weiterführende Links:
Württembergische Bibelgesellschaft
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Württembergische Bibelgesellschaft Text [RTF, 30 KB]




