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26.04.2012, 225. Geburtstag


Ludwig Uhland (1787 - 1862)

Am 26. April 2012 jährte sich der Geburtstag Ludwig Uhlands zum 225. Mal. Wären er und seine Verdienste uns noch so präsent wie seinen Zeitgenossen, gäbe es eine riesige Feier. Aber wer hat heute noch ein Uhland-Gedicht auswendig parat? Oder wer weiß noch, dass Ludwig Uhland sich widersetzte, den Eid auf den württembergischen König zu schwören, weil der 1805 widerrechtlich den Landtag aufgelöst hatte?

 


Ludwig Uhland [Foto Landeskirchliches Archiv]

Was zur Folge hatte, dass der Jurist Uhland kein Staatsbeamter werden konnte. „Die Verbindung des romantisch-volkstümlichen Dichters mit dem idealistischen Demokraten ließ Uhland im 19. Jahrhundert zu einem deutschen Mythos werden“, stellt der Literaturwissenschaftler Hartmut Fröschle fest.

Uhland wurde in eine angesehene Tübinger Bürgerfamilie geboren und wuchs in einem Haus an der Neckarhalde auf. Ludwig Uhlands Großvater war Professor der Theologie an die Universität Tübingen,  sein Vater Universitätssekretär. Nach dem Besuch der Latein-Schule studierte Ludwig Uhland in Tübingen Jura und Philosophie. Über den Studenten Uhland heißt es in der online-Enzyklopädie wikipedia: „Die ihm auferlegten Pflichten erfüllte er mit unermüdlichem Eifer, Selbstbeherrschung und Ordnungsliebe zeichneten ihn aus“. Neben dem Studium der Rechtswissenschaft beschäftigte sich Uhland von Anfang an mit Literatur. Er schrieb selbst und studierte literarische Texte, mit  Vorliebe mittelalterliche Texte. Gemeinsam mit seinen Studienfreunden Justinus Kerner und Karl Mayer brachte er (als Antwort auf das „Morgenblatt für gebildete Stände“ ) das handschriftlich verfasste "Sonntagsblatt für ungebildete Stände" heraus.

Nach bestandenem Examen promovierte er 1810 zum Dr. jur., anschließend ging er zur weiteren juristischen Ausbildung nach Paris, um das französische Rechtswesen kennenzulernen, aber auch, um in der Pariser Nationalbibliothek intensiv mittelalterliche französische und deutsche Handschriften zu studieren. 1811 kehrte er zurück und eröffnete in Tübingen eine Anwaltskanzlei. Bereits Ende 1812 schloss er seine Kanzlei wieder, um in Stuttgart eine unbesoldete Stelle als zweiter Sekretär des württembergischen Justizministers anzutreten. Fünf Jahre später löste er dieses Arbeitsverhältnis auf und wurde freier Anwalt, allerdings ohne nennenswerten finanziellen Erfolg. Dafür stieg seine Bedeutung als Dichter, Germanist und Politiker.

Von 1820 bis 1826 war Uhland Abgeordneter des Landtags. 1829 wurde Uhland zum Professor für deutsche Sprache und Literatur an der Universität Tübingen ernannt. Als er sich entscheiden musste zwischen politischem Amt und Lehramt, ließ er schweren Herzens die Professur sausen und harrte im Landtag aus. 1838 zog er sich aus der Politik zurück und arbeitete als Privatgelehrter. Im Revolutionsjahr 1848 kehrte er jedoch zurück, er wurde er von den Bürgern Tübingens mit mehr als 90 Prozent der Stimmen zum Abgeordneten der Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche gewählt.

Nach dem Ende der Versammlung kehrte Uhland nach Tübingen zurück und wurde wieder Privatlehrer. Den preußischen Orden „Pour-le-mérite“, den ihm Alexander von Humboldt antrug, und den bayrischen Maximiliansorden lehnte er mit dem Hinweis auf die Opfer staatlicher Willkür ab. Am 13. November 1862 starb Ludwig Uhland im Alter von 75 Jahren. Er wurde auf dem Tübinger Stadtfriedhof begraben. Noch ein halbes Jahr zuvor, anlässlich seines Geburtstages, waren im ganzen Land Uhland-Linden und Uhland-Eichen gepflanzt worden, weil man in ihm das Ideal nationaler Einheit und Freiheit sah.

Astrid Günther


Weiterführende Links:
Wikipedia

Download:

Ludwig Uhland [Foto Landeskirchliches Archiv | JPG, 122 KB]

Ludwig Uhland, Text [RTF, 10 KB]


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