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1537, Schmalkaldische Artikel


Schroffe Ablehnung des Papsttums - vor 475 Jahren

Melanchthon wollte sich nicht so recht zu Luthers Schrift "Die Schmalkaldischen Artikel" bekennen. Er unterschrieb nur unter Vorbehalt. Denn Melanchthon wollte dem Papst, "so er das Evangelium wolle zulassen", durchaus einen Vorsitz in der Christenheit zugestehen. Luther hingegen wetterte in den Schmalkaldischen Artikeln wie in kaum einer anderen Schrift gegen den Papst: "lso sind und bleiben wir ewig geschieden und widereinander." 


Martin Luther schrieb die so genannten Schmalkaldischen Artikel

Quelle: Landeskirchliches Archiv

Im Jahr 1537, als Luther diesen Text schrieb, war die Reformation in Deutschland weit vorangeschritten. Der Einigungsversuch mit dem von Melanchthon wesentlich versöhnlicher formulierten Augsburger Bekenntnis von 1530 war gescheitert. Im Jahr 1537 konnte niemand absehen, wer sich letztendlich durchsetzen werde. Papst Paul III. kündigte für das Jahr 1537 ein Generalkonzil nach Mantua an. Um diesem Konzil seinen Standpunkt darzulegen, schrieb Luther persönlich die "Schmalkaldischen Artikel".

Im ersten Teil dieser Schrift behandelt er "die göttliche Majestät". Hier geht Luther von einem weitgehenden Konsens aus. Im zweiten Artikel wendet sich Luther dem "Amt und Werk Jesu Christi" zu. Christus beschreibt er als das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt trägt. Gerecht vor Gott wird ein Christ allein durch die Erlösung, die in Christus geschehen ist. Obwohl sich diese knappen Sätze fromm und keineswegs streitlustig anhören. ist klar, welche Brisanz darin steckt. "Von diesem Artikel kann man nichts weichen oder nachgeben, es falle Himmel und Erden (...) auf diesem Artikel stehen alles, was wir wider den Papst, Teufel und Welt lehren und leben." Denn wenn die Erlösung allein durch das Heilshandeln Christi geschehen ist, kann sie nicht durch die Messe oder anderes Menschenwerk vollbracht werden. Wer also Ablassbriefe oder anderes menschliches Tun dafür fordere, handle gegen den Willen Gottes. Für Luther ist es der "Häuptartikel, dass allein Christus und nicht Menschenwerk den Seelen helfen soll".


Verfluchter Jahrmarkt von Seelmessen

Folglich wettert er massiv gegen das Papsttum: "Aber unsere Papisten führen solch Menschenwort dahin, dass man solle gläuben ihrem schändlichen, lästerlichen, verfluchten Jahrmarkt von Seelmessen, ins Fegfeur zu opfern etc." Im dritten Teil nennt Luther Artikel, über die man mit der Gegenseite sprechen könne, wie die Taufe, das Abendmahl, die Beichte, die Priesterehe und anderes. Zu einem Konzil im Sinne einer versöhnlichen Auseinandersetzung zwischen Luther und dem Papst kam es nie. Das Konzil von Trient – mit Sitzungsperioden zwischen den Jahren 1545 und 1563 – wurde ohne Anhörung der Reformatoren durchgeführt. In Deutschland wurde 1555 der Streit um die richtige Konfession rein praktisch entschieden, dass der Fürst über die Ausrichtung seines Landes entscheiden dürfe. Die Schmalkaldischen Artikel sind nach wie vor eine Bekenntnisschrift der lutherischen Kirchen. Die Kernaussagen wird auch heute kein Evangelischer anzweifeln. In den Konsequenzen, die sich daraus für die Beurteilung des Papsttums ergeben, wird man hingegen die damalige Situation berücksichtigen.

Dietrich Hub




Download:

Schmalkaldische Artikel, Text [rtf, 32 KB]

Martin Luther [JPG,  670 KB | Foto: Landeskirchliches Archiv]


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