24.01.2012, 300. Geburtstag
Friedrich II. von Preußen (1712 - 1786)
Er war König von Preußen, leidenschaftlicher Querflötenspieler, Initiator von drei Kriegen und beschäftigte sich mit der französischen Sprache sowie der Religion. Der Satz: „Jeder soll nach seiner Façon selig sein“ machte Friedrich II. bekannt. Der Mann mit drei Namen Friedrich II. von Preußen, Friedrich der Große oder der Alte Fritz würde heute seinen 300. Geburtstag feiern.

- Friedrich II. von Preußen [Foto: Landeskirchliches Archiv]
Friedrich II. von Preußen ist am 24. Januar 1712 in Berlin geboren. Er war eines von 14 Kindern von Sophie Dorothea von Hannover und König Friedrich Wilhelm I. Die streng gläubige Erziehung seines Vaters prägte seine Kindheit. Mit 16 Jahren begann Friedrich II. heimlich Flötenunterricht zu nehmen. Die Liebe zur Musik behielt er bis zum Ende seines Lebens bei und komponierte auch eigene Stücke. 1733 heiratete er Elisabeth Christine.
Friedrich widmete sich mit großem Interesse der Dichtkunst und der Politik. Mit 28 Jahren schrieb er auf Französisch den „Antimachiavell“: Friedrich II. setzte sich mit den Aussagen von Macchiavelli über staatspolitische Grundsätze auseinander.
Nach dem Tod seines Vaters 1740 übernahm er den Königstitel. Eine seiner ersten Handlungen, die Folter abzuschaffen, erregte schnell Aufsehen in ganz Europa. Er führte des Weiteren 1763 die Kartoffel als Nahrungsmittel ein und baute während seiner Herrschaft hunderte Schulen.
Offen für viele Religionen
Eine besondere Rolle in Friedrichs II. Leben spielte die Religion. So stand sein Name für Toleranz und Offenheit gegenüber religiösen Minderheiten wie Hugenotten und Katholiken sowie Einwanderern. In Briefen schrieb er: "Alle Religionen sind gleich und gut, wenn nur die Leute, die sie ausüben, ehrliche Leute sind; und wenn Türken und Heiden kämen und wollten das Land bevölkern, so wollen wir ihnen Moscheen und Kirchen bauen“ und „Die Religionen müssen alle toleriert werden, und der Fiskus muss nur das Auge darauf haben, dass keine der anderen Abbruch tue, denn hier muss ein jeder nach seiner Fasson selig werden."
So konnten auch die muslimischen Bürger auf die Hilfe von Friedrich II. vertrauen. Sie durften ihre Religion frei ausüben und waren durch den Staat geschützt. Außerdem kann die erste islamische Gemeinschaft in Deutschland auf ihn zurück geführt werden.
Doch trotz der vielen Eingeständnisse und seiner Offenheit in Bezug auf Religion sahen viele Kritiker dahinter ein nicht ganz uneigennütziges Verhalten. Denn die vielen neuen Bürger waren für seinen Staat in wirtschaftlicher Hinsicht eine große Bereicherung und sollten in den folgenden Jahren außerdem als Soldaten in den Krieg gehen.
Für drei Kriege verantwortlich
Schon sechs Monate nachdem Friedrich II. zum König gekrönt wurde, begann er den ersten von drei Schlesischen Kriegen. Er musste viele Niederlagen einstecken und konnte schlussendlich dennoch Schlesien und Westpreußen einnehmen. So war Preußen eines der zwei deutschen Großmächte geworden.
Am 14. August 1786, im Alter von 74 Jahren, starb Friedrich II. im Schloss Sanssouci. Nach seinem Tod wurden zahlreiche Denkmäler aufgestellt. Das wohl bekannteste ist auf der Straße Unter den Linden in Berlin anzuschauen.
Sarah-Lisa Angress
Weiterführende Links:
Wikipedia
Landesbildungsserver Baden-Württemberg
Downloads:
Friedrich II. von Preußen [Foto: Landeskirchliches Archiv | JPG, 391 KB]
Friedrich II. von Preußen, Text [RTF, 36 KB]




