09.08.2012, 50. Todestag
Hermann Hesse (1877 - 1962)
Der mit dem Literaturnobelpreis und dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnete Hermann Hesse ist weltweit der meistgelesene deutschsprachige Schriftsteller. Die Gesamtauflage seines in nahezu 60 Sprachen übersetzten Werkes beträgt über 120 Millionen Exemplare. Er gilt als "Autor der Krise", der immer auf der Suche nach der eigenen, der wirklichen Identität ist.

- Hermann Hesse
Quelle: Gret Widmann/Suhrkamp Verlag
Hermann Hesse ist der Sohn eines deutsch-baltischen Missionars und einerMissionarstochter mit schwäbisch-schweizerischer Herkunft. Er wuchs in Calw und Basel auf, wo der Vater an Missionarsinstituten tätig war. Seine Kindheit war bestimmt von religiösen Zwängen und Erwartungen. Schon früh weckte das in ihm einen Hang zur Rebellion. Ständig wechselte Hesse die Schulen. 1891 legte er das "Landexamen" im evangelisch-theologischen Klosterseminar Maulbronn ab. Nach wenigen Monaten flüchtete er aber von dort, weil er "entweder Dichter oder gar nichts werden" wollte.
Nach einer Mechanikerlehre bei der Calwer Turmuhrenfabrik erlernte Hesse den Beruf des Buchhändlers in Tübingen und Basel und veröffentlichte seine ersten Schriften. Ab 1904 lebte er als freier Schriftsteller. Etwa 3.000 Buchrezensionen hat er im Laufe seines Lebens für 60 verschiedene Zeitungen und Zeitschriften verfasst. Nach dem Zweiten Weltkrieg schrieb er noch Erzählungen und Gedichte, aber keinen Roman mehr. Er entdeckte die Malerei und die Gartenarbeit für sich, und pflegte die Kunst der Korrespondenz.
Hesse war drei Mal verheiratet. Jeder seiner Ehefrauen hat er ein Märchen gewidmet. Aus der ersten Ehe gingen drei Söhne hervor. Hesse verstarb in der Nacht zum 9. August 1962 in Montagnola im Schlaf an einem Gehirnschlag.
Mensch des Werdens und der Wandlungen
Alle Werke Hesses enthalten eine stark autobiografische Komponente. Sein Leben und dichterisches Werk ist geprägt durch eine ständige Auseinandersetzung mit den Fragen der Religion und des Glaubens, die ihm praktisch in die Wiege gelegt waren. Er wurde hineingeboren in eine protestantisch-pietistisch orientierte Familie aus Missionaren, Predigern und Theologen. Außerdem kam Hesse aufgrund der Missionstätigkeit von Vater und Großvater in Indien schon früh mit dem Hinduismus und dem Buddhismus in Kontakt. Später auch mit dem chinesischen Taoismus. Hesse entwickelte die Idee einer Synthese zwischen den Religionen auf der Basis einer universellen Mystik. Er suchte nach der Einheit aller Menschen und glaubte an "eine Religion außerhalb, zwischen und über den Konfessionen, die unzerstörbar ist".
Dank der Bekanntschaft mit der Archetypenlehre des Psychologen Carl Gustav Jung haben Hesses Werke einen weiteren wesentlichen Aspekt bekommen: Der ältere Freund oder Meister, der einem jungen Menschen den Weg zu sich selbst öffnet. Die Selbstverwirklichung und die Selbstwerdung wurden das zentrale Thema seiner Schriften.
Lana Uhlmann
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Wikipedia
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