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24.06.2012, 325. Geburtstag


Johann Albrecht Bengel (1687 - 1752)

Der Name Johann Albrecht Bengel hat beim schwäbischen Kirchenvolk einen guten Klang. Der Theologe war Hauptvertreter des württembergischen und deutschen Pietismus. Seine große Liebe galt der Erforschung und Auslegung des Neuen Testaments. Als erster textkritischarbeitender Theologe schuf er eine Neubearbeitung des griechischen Urtextes des neuen Testaments, dessen Grundsätze noch heute Geltung haben. Außerdem wurde nach ihm ein Studentenwohnheim für pietistisch geprägte Theologiestudierendein Tübingen benannt.


Johann Albrecht Bengel

Quelle: Landeskirchliches Archiv

Johann Albrecht Bengel wurde am Geburtstag seines Urgroßvaters mütterlicherseits, Johannes Brenz, am 24. Juni 1687 in Winnenden geboren. Er studierte die Freien Künste und Theologie in Tübingen. Danach war er als Repetent am Evangelischen Stift Tübingen und als Vikar in Metzingen, Nürtingen, Tübingen und Stuttgart tätig.
Im Alter von 26 Jahren wurde Bengel der Leiter der evangelischen Klosterschule in Denkendorf. In 28 Jahren als Klosterpräzeptor prägte er viele künftige württembergische Theologen, mit denen er lebenslang in enger Verbindung blieb.
1741 wurde Bengel zum Prälat von Herbrechtingen berufen und 1749 auf die Prälatur Alpirsbach und an das Stuttgarter Konsistorium. Ab 1747 gehörte der zwölffache Vater dem Landtag an. Erst ein Jahr vor seinem Tod verlieh ihm die theologische Fakultät in Tübingen die Würde eines "Doktors der Theologie".


Leben zwischen Text, Übersetzung, Kritik und Zahlen

Bengel verfasste zahlreiche Bücher. Im Zentrum seines literarischen Schaffens stand die intensive Beschäftigung mit der Bibel, vorrangig mit dem Neuen Testament. Schon während seines Theologiestudiums litt Bengel darunter, dass der Text des griechischen Neuen Testamentes schlecht überliefert war. Nach jahrelanger Fleißarbeit gab er 1734 ein griechisches Neues Testament heraus, in dem neben dem traditionellen Text auch Varianten abgedruckt waren. Damit wurde er zum Begründer der wissenschaftlichen Textkritik.
1742 erschien sein Meisterwerk "Gnomon Novi Testamenti". Eine Vers-für-Vers-Auslegung des Neuen Testaments, in der sich die Frömmigkeit des Pietismus, Lebenserfahrung und wissenschaftliche Tiefe miteinander verbanden. Eine seiner Grundregeln lautete: "Wende dich ganz zum Text hin und wende den Text ganz auf dich an!" Der Gnomon wurde auch ins Englische übersetzt.
Seit 1724 galt Bengels besonderes Interesse der Offenbarungen des Johannes und der Deutungen der darin genannten Zahlen. Er wollte daraus eine zeitliche Ordnung des Heilsplanes Gottes mit der Welt erschließen. 1740 veröffentlichte er die "Erklärte Offenbarung Johannis". In diesem Werk berechnete er das Ende der Welt und die Wiederkunft Christi auf den 18. Juni 1836. Dieses Datum gewann im württembergischen Pietismus große Bedeutung: Manche Schwaben verließen darauf ihre Heimat, um insbesondere im Osten Europas und im Heiligen Land Zuflucht vor dem kommenden Antichrist zu finden und dem Kommenden nahe zu sein.

Lana Uhlmann 


Weiterführende Links:

Wikipedia

Albrecht-Bengel-Haus

Downloads:

Johann Albrecht Bengel [Foto: Landeskirchliches Archiv | JPG, 0,7 MB]

Johann Albrecht Bengel, Text [rtf, 30 KB]


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