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12.11.2012, 150. Todestag


Christian Gottlob Barth (1799 - 1862)

Der evangelische Pfarrer Christian Gottlob Barth ist bekannt als christlicher Volks- und Jugendschriftsteller, Gründer des Calwer Verlags-Vereins und einer der Hauptträger der evangelischen Missionstätigkeit. Insgesamt veröffentlichte er mehr als 600 Schriften, gründete neun Zeitschriften und dichtete viele Kirchenlieder. 


Christian Gottlob Barth

Quelle: Landeskirchliches Archiv

Christian Gottlob Barth wurde am 31. Juli 1799 in Stuttgart geboren. Seine Eltern gehörten zu den Kreisen des Pietismus, die 1812 die Württembergische Bibelgesellschaft gegründet hatten. Nach dem Theologie-Studium in Tübingen wirkte Barth als Pfarrer in Möttlingen bei Calw. Daneben war er auch publizistisch tätig und widmete sich der Mission.
Sein Hauptverdienst war die Gründung des Calwer Verlagsvereins 1833, wo er sich für die Verbreitung christlicher Volksliteratur einsetzte. Barth wollte die Kenntnis der Bibel fördern und zu einer christlichen Glaubenshaltung anleiten. In diesem Sinne veröffentlichte der Verein bis 1860 nahezu drei Millionen Bücher und Traktate. Barth gründete auch das "Calwer Missionsblatt" und acht weitere Zeitschriften.
Mit der schriftstellerischen Arbeit überhäuft legte er sein Pfarramt nieder und zog nach Calw, wo er sich ganz der Verlagsarbeit widmete. Barth machte die Stadt zum Mittelpunkt einer weit über Deutschland hinausreichenden schriftenmissionarischen Bewegung.
Die Universität Greifswald verlieh Barth 1838 die theologische Doktorwürde. 1845 wurde er korrespondierendes Mitglied der mathematisch-physikalischen Klasse der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Er starb am 12. November 1862 in Calw. 


Schriftstellerischer Trieb
Baths schriftstellerischer Trieb offenbarte sich schon früh. Als Zehnjähriger Knabe schrieb er Biographien der Patriarchen unter dem Titel: "Eine Aufmunterung für die Seele" nieder und die 20 von Hand geschriebenen Manuskripte verschenkte er.
Sein größter Bucherfolg waren die "Zweymalzwey und fünfzig biblische Geschichten für Schulen und Familien", eine Kinderbibel im Geiste der Erweckung. Sie wurden in 87 Sprachen übersetzt und über 100 Jahre lang in 483 Auflagen herausgegeben. Nach Bibel und Koran wurde es das weltweit meistverbreitete Buch.
Zahlreiche Auflagen erlebte auch seine 1843 erstmals erschienene "Geschichte von Württemberg".Große Beachtung fand seine heilsgeschichtliche "Christliche Kirchengeschichte", die 30 Auflagen erschien und in 40 Sprachen übersetzt wurde. Viel gelesen wurde der neutestamentliche Teil der "Calwer Biblischen Geschichten".
Barth verfasste dutzende Erzählungen für Kinder. Damit wurde er zu einem der erfolgreichsten Kinder- und Jugendbuchautoren des 19. Jahrhunderts. Schließlich trat er als Dichter hervor und wurde Mitbegründer der Gattung des Missionsliedes. Von seinen 109 Liedern sind 44 Missionslieder. Das Evangelische Gesangbuch enthält zwei Lieder mit seinen Texten: "Der Du in Todesnächten erkämpft das Heil der Welt"  und Strophen von "Sonne der Gerechtigkeit". Barth lebte in der Erwartung des nahen Weltendes. All sein Wirken sollte ein Beitrag sein, Gottes Reich herbeizuführen.

Lana Uhlmann 


Weiterführende Links:
Wikipedia
Literatur von ünd über Christian Gottlob Barth

Downloads:
Christian Gottlob Barth [Foto: Landeskirchliches Archiv | JPG, 1,7 MB]

Christian Gottlob Barth, Text [rtf, 29 KB]


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