01.01.2011, 200. Todestag
Franziska von Hohenheim (1748 – 1811)
Franziska von Hohenheim stand bei vielen frommen Menschen in Württemberg in hohen Ehren, obwohl sie ihre Beziehung zu Herzog Karl Eugen als seine Mätresse begonnen hatte. Ihr guter Einfluss auf ihn half vielen Landeskindern sehr.

- Franziska von Hohenheim Quelle: Württembergische Landesbibliothek, Grafische Sammlungen
Franziska, ursprünglich Freiin von Bernerdin, war auf Gut Sindlingen bei Herrenberg aufgewachsen. 1782 wurde sie Eigentümerin dieses Anwesens. Ihren Besitz dort stellte sie später dem Pietisten und Theosophen Johann Michael Hahn zu Verfügung, weil ihr reichsunmittelbares Gut nicht der württembergischen Obrigkeit unterstand. Johann Michael Hahn und seine Anhänger konnten deshalb dort ungestört ihrer besonderen Frömmigkeit nachgehen.
Im Jahr 1765 hatte Franziska als Siebzehnjährige den Freiherrn Friedrich Wilhelm Leutrum von Ertingen geheiratet. 1772 wurde diese Ehe geschieden. Sie war zu diesem Zeitpunkt bereits offizielle Mätresse des württembergischen Herzogs Karl Eugen. Es hätte mehrere „Interessentinnen“ für diese Stellung gegeben.
Herzog Karl Eugen hatte sich im Laufe seiner Regierungszeit vom absolutistischen Herrscher zum Tyrannen Württembergs entwickelt. Seine Leidenschaft für neue Schlösser und für die Jagd kostete das Land ein Vermögen. Karl Eugen verschaffte sich unter anderem dadurch Geld, dass er württembergische Soldaten an andere Herrscher „vermietete“. Dies ließ sich nur dadurch realisieren, dass junge Männer zwangsweise ins Heer „gepresst“ wurden.
„Guter Engel Württembergs“
Seine „tugendsame Mätresse“ sei der Grund dafür gewesen, dass Karl Eugen sich wieder mehr als verantwortungsvoller Landesvater sah. Der Herzog schenkte Franziska ein Anwesen bei Hohenheim, das in der folgenden Zeit zum Schloss ausgebaut wurde. Damit verbunden war für sie der Titel „Reichsgräfin von Hohenheim“. In Birkach ließ er für Franziska eine protestantische Kirche bauen.
Der katholische Herzog konnte sich aber nicht von seiner „Noch-Ehefrau“ Elisabeth von Brandenburg-Bayreuth scheiden lassen. Auch nach deren Tod 1780 weigerte sich die katholische Kirche, der Eheschließung mit Franziska zuzustimmen, da sie einerseits protestantisch war und andererseits nach katholischem Kirchenrecht noch als verheiratet galt. Der Herzog konnte sich jedoch gegen die katholische Kirche durchsetzen. 1783 heiratete er heimlich seine langjährige Geliebte. 1786 erhielt sie den Titel Herzogin, ihre zu erwartenden Kinder wurden aber von der Thronfolge ausgeschlossen. Erst 1791 wurde diese Ehe vom Papst anerkannt.
Nach dem Tod des Herzogs 1793 musste Franziska Schloss Hohenheim verlassen. Sie lebte zuletzt im Schloss Kirchheim. Ihre großen Verdienste um das Land Württemberg wurden von vielen gewürdigt.
Dietrich Hub
Weiterführende Links:
Wikipedia
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Quelle: Württembergische Landesbibliothek, Abteilung Grafische Sammlungen
Franziska von Hohenheim, Text [RTF, 15 KB]




