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01.01.2009, 525. Geburtstag

Ulrich Zwingli (1484 - 1531)

Ulrich Zwingli gilt als Begründer der evangelisch-reformierten Kirche. Wie Luther kommt er zur Überzeugung, dass allein Gottes Gnade den Menschen durch den Glauben erlösen könne. Doch Zwingli ist radikaler als Luther, weil er nur das in der Kirche akzeptieren will, was er aus der Heiligen Schrift direkt herleiten kann.

Ulrich Zwingli (Quelle: Landeskirchliches Archiv)

Ulrich Zwingli wird am 1. Januar 1484 im schweizerischen Wildhaus in der Nähe von St. Gallen geboren. 1506 wird er zum Priester geweiht und tritt seine erste Pfarrstelle in Glarus an. 1516 schließen sich drei Jahre als Pfarrer im Wallfahrtsort Maria-Einsiedeln an. Dort fängt er an, gegen Wallfahrten und den seit 1518 in der Schweiz tätigen Ablassprediger Bernardin Samson das Wort zu erheben.

1519 nimmt Zwingli eine Berufung ans Zürcher Großmünster an. Dort beginnt er, anstelle der kirchlich vorgeschriebenen Texte die biblischen Schriften in seinen Predigten auszulegen. Statt dem Kirchenjahr will Zwingli der Bibel folgen. So predigt er gegen alles, was er aus der Bibel nicht herleiten kann: Bilder-, Reliquien- und Heiligenverehrung, den Zölibat und die Eucharistie.

Kirchliche Fastengebote sind Menschensatzungen

Im Jahr 1522 bringt Zwingli seine erste reformatorische Schrift zur Frage des Fastens heraus. Er sieht in den kirchlichen Fastengeboten menschliche Satzungen, denen kein unbedingter Gehorsam zu leisten ist. Im August 1522 bricht er schließlich vollends mit der römischen Kirche.


Nach dem Vorwurf der Ketzerei lädt der Rat der Stadt Zürich im Jahr 1523 zu einer gelehrten Disputation über die von Zwingli aufgestellten Thesen. In der Folgezeit erhält der Pfarrer unter den Ratsmitgliedern der Stadt immer mehr Fürsprecher. Als schließlich die Gerichtsbarkeit des Konstanzer Bischofs vom städtischen Rat aufgehoben ist, können Zwinglis Ideen umgesetzt werden: Abschaffung von Messe, Beichte und Prozessionen, von Heiligenbildern und Klöstern.


Nur geistige Gegenwart Christi im Abendmahl

Mit dem Reformator Luther kann Zwingli über weite Felder Einigkeit erzielen, aber nicht in der Abendmahlslehre. Luther ist der Meinung, Leib und Blut Christi seien beim Abendmahl präsent, Zwingli glaubt dagegen nur an eine geistige Gegenwart Christi. So kommt es zur Trennung zwischen dem deutschen und dem schweizerischen Zweig der Reformation.


1529, also fünf Jahre vor Luthers Bibelübersetzung, schließen Zwingli und seine Züricher Mitstreiter die Neuübersetzung der Bibel ab und geben mit der „Zürcher Bibel“ die älteste vollständige Bibelübersetzung des Protestantismus heraus.

Die Reformation auch mit dem Schwert verbreiten

Während Zwingli auch in Straßburg und in den Kantonen Bern, Basel und St. Gallen Erfolg hat, wächst der Widerstand in den anderen Kantonen. Zwingli ist bereit, die Reformation notfalls auch mit dem Schwert zu verbreiten. Der Konflikt zwischen den Parteien eskaliert 1529 im zweiten Kappeler Krieg. Bei der Niederlage der Protestanten 1531 kommt Zwingli ums Leben.


Zwinglis Ideen werden nach dessen Tod in Zürich von Heinrich Bullinger fortgeführt. Zudem befruchtet sein Denken den jungen Franzosen Jean Calvin. Mit ihm zusammen gilt Zwingli als Begründer der evangelischen Kirche reformierten Typs.

Stefan Wittig


Weiterführende Links

Ökumenisches Heiligenlexikon

Wikipedia

Downloads

Ulrich Zwingli, Text [RTF, 20 KB]

Ulrich Zwingli, Bild in Druckqualität [JPG, 464 KB]
Quelle: Landeskirchliches Archiv

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