06.03.2009, 25. Todestag
Martin Niemöller (1892 - 1984)
Am 6. März 2009 jährt sich zum 25. Mal der Todestag von Martin Niemöller. Er war U-Bootkommandant im 1. Weltkrieg, Pfarrer, persönlicher Gefangener Adolf Hitlers, Kirchenpräsident, überzeugter Ökumeniker und ein leidenschaftlicher Friedensaktivist. Niemöller führte ein Leben im Widerstand und mit Widersprüchen, wurde mit dem Großen Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wie auch mit dem Leninorden.

- Martin Niemöller (Quelle: Landeskirchliches Archiv)
Martin Niemöller wird am 14. Januar 1892 als Sohn eines Pfarrers in Lippstadt geboren und geht nach dem Abitur zur Marine. 1918 wird er U-Bootkommandant und gilt bei den Engländern als „Schrecken von Malta“. Der Kaiser lobt ihn persönlich für das Versenken von Schiffen. Noch im selben Jahr verweigert Niemöller als Kapitän einer zur Abwicklung bestimmten U-Bootflotte den Befehl, die Schiffe nach England auszuliefern, und verlässt die Marine. Er wird zunächst Knecht auf einem Bauernhof und entschließt sich dann, evangelische Theologie zu studieren.
1931 wird er zum Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Berlin-Dahlem. Zu dieser Zeit ist Niemöller noch sehr deutsch-national geprägt. Schon 1924 hatte er nationalsozialistisch gewählt, 1933 die Einführung des „Führerstaates“ begrüßt. Doch diese Haltung ändert sich im Laufe des Jahres 1933. Aus Protest gegen die Einführung des „Arierparafen“ ins Kirchenrecht ruft Niemöller zur Gründung des Pfarrernotbundes, der späteren Bekennenden Kirche, auf und übernimmt bald den Vorsitz. Niemöller protestiert gegen den Boykott jüdischer Geschäfte, wird aus dem Pfarrdienst entlassen, arbeitet weiter und wird immer strenger überwacht.
Im Juli 1937 wird Niemöller verhaftet und kommt ins Untersuchungsgefängnis Moabit. Nach dem Prozess wird er direkt ins KZ Sachsenhausen transportiert. Hitler hatte den Pfarrer zu seinem persönlichen Gefangenen erklärt und Isolationshaft angeordnet. 1941 wird er in das Konzentrationslager Dachau verlegt, später in die so genannte Alpenfestung verschleppt, wo ihn ein Trupp Wehrmachtsoffiziere aus den Händen der SS befreit und dem amerikanischen Militär übergibt.
„In jedem Menschen den Menschenbruder sehen“
Martin Niemöller setzt sich intensiv mit seiner Schuld und der Schuld seiner Kirche in den Jahren der Naziherrschaft auseinander. Erst im KZ sei ihm bewusst geworden, „dass ich als Christ nicht nach meinen Sympathien oder Antipathien mich zu verhalten habe, sondern dass ich in jedem Menschen den Menschenbruder zu sehen habe“. Diese Erkenntnis lässt ihn nicht mehr los. Er gehört zu den Mitunterzeichnern des Stuttgarter Schuldbekenntnisses und des Darmstädter Wortes. 1947 später wird er zum Präsidenten der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau berufen.
Er kämpft gegen den Militärseelsorgevertrag – ohne Erfolg. 1961 wird er in Neu-Dehli als einer der Präsidenten des Weltkirchenrats gewählt. 1964 legt Niemöller sein Amt als Kirchenpräsident nieder, doch sein Engagement für die weltweite Ökumene, für Frieden und Gerechtigkeit bleibt ungebrochen. Auch an der Friedensbewegung der frühen 80er Jahre hat er maßgeblichen Anteil. Am 6. März 1984 stirbt er im Alter von 92 Jahren.
Stephan Braun
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Quelle: Landeskirchliches Archiv





