englishfrancais

StartseiteGlaubenGedenktageGedenktage 2009Lechler (jun.), Paul

14.06.2009, 125. Geburtstag

Paul Lechler junior (1884 - 1969)

Für sein unternehmerisches und kirchliches Wirken wurde Paul Lechler junior 1930 zum Ehrensenator der Universität Tübingen ernannt. 1959 wurde ihm, dem gelernten Kaufmann, die Ehrendoktorwürde der Theologie verliehen, außerdem auch das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik und die Wichern-Plakette des Diakonischen Werkes.

Paul Lechler junior (Quelle: Landeskirchliches Archiv)

Angepasst war dieser Fabrikant nie, weder in betriebswirtschaftlicher noch in politischer Hinsicht. Ungewöhnlich ist außerdem, dass er sich trotz seiner hohen beruflichen Beanspruchung in vielfältiger Weise in der Kirche Verantwortung übernahm. Paul Lechler jun. (*14. Juni 1884 in Stuttgart; † 4. August 1969)  führte sein Großunternehmen mitunter gegen rein wirtschaftliches Kalkül, aber mit großem wirtschaftlichem Erfolg. Paul Lechler  stellte für seine Beschäftigten einen Werksarzt an, ebenso eine Familienfürsorgerin. Zu Handelspartner verhielt  er sich absolut korrekt.


Lechler  konnte sich diesen „Luxus“ leisten. Sein Unternehmen arbeitete in wirtschaftlicher Hinsicht grundsolide. Ebenso solide sollte auch der Umgang mit den Menschen sein, solide auf die Basis des Evangeliums gegründet. Ein Bibelvers aus anderem Zusammenhang wurde Paul Lechler für sein unternehmerisches Handeln wichtig: „Wenn dich nun der Herr, dein Gott, in das Land bringen wird, von dem er deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob geschworen hat, es dir zu geben – große und schöne Städte, die du nicht gebaut hast und Häuser voller Güter, die du nicht gefüllt hast, und ausgehauene Brunnen, die du nicht ausgehauen hast, und Weinberge und Ölbäume, die du nicht gepflanzt hast – und wenn du nun isst und satt wirst, so hüte dich, dass du nicht den Herrn vergisst ...“ Diese Sätze aus dem 5. Buch Mose mahnten das Volk Gottes, sich nicht auf materiellen Wohlstand zu verlassen – zumal nicht auf solchen, den es nicht selbst erarbeitet hatte. Auch Lechler hatte materiellen Wohlstand vorgefunden, den er sich nicht selbst erarbeitet hatte. Diesen Wohlstand mehrte er und setzte ihn häufig für andere ein.

In den Fußstapfen des Vaters

Paul Lechler jun. übernahm 1909 die Leitung des erfolgreichen Handelshauses, das sein Vater (1849 – 1925) aufgebaut hatte. Paul Lechlers Lebensweg wurde von seinen Eltern vorgegeben. Bezeichnend ist, dass für ihn derselbe Vorname wie der seines Vaters gewählt wurde. Als erster Sohn nach vier Töchtern geboren bestimmte ihn sein Vater von Anfang an dazu, das väterliche Lebenswerk fortzusetzen. Der Sohn trat wie gewünscht in die Fußstapfen des Vaters, agierte in wirtschaftlicher Hinsicht ebenso erfolgreich und führte auch die christliche Ausrichtung des Betriebes und das kirchliche Engagement weiter.


Sein Vater hatte  das Deutsche Institut für Ärztliche Mission in Tübingen gegründet. Auch heute noch trägt die „Tropenklinik“ seinen Namen. Der Sohn führte auch  dieses Werk fort. Im Dritten Reich widersetzte er sich erfolgreich allen Versuchen, dieses Krankenhaus den Nazis dienstbar zu machen. Einen der NS-Bewegung nahestehenden Arzt  entließ er. Lechler wurde Mitglied des Landesbruderrates, der häufig in Opposition zur Haltung der Kirchenleitung stand. Lechlers Engagement im Landesbruderrat entsprach nicht dem Willen von Landesbischof Wurm. Lechler hielt trotzdem zu seinem Bischof, als der von den Nazis bedrängt wurde. 1939 wurde  Lechler Mitglied  des Landeskirchentages. Nach dem Krieg war er von 1947 bis 1959 Präsident dieses obersten Gremiums der Landeskirche. Auch im Verwaltungsrat des Hilfswerkes engagierte er sich.

Dietrich Hub

Weiterführende Links

Wikipedia

Downloads

Paul Lechler junior, Text [RTF, 12 KB]

Paul Lechler junior, Bild in Druckqualität [JPG, 36 KB]

(Wieder)Eintritt in die Kirche
Bookmarks und RSS

RSS Feed abonnieren

Ich glaub schon
Hilfe für Missbrauchsopfer