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15.11.2009, 25. Todestag

Hermann Dietzfelbinger (1908 - 1984)

Am 15. November jährt sich zum 25. Mal der Todestag des ehemaligen bayerischen Landesbischofs und EKD-Ratsvorsitzenden Dr. Hermann Dietzfelbinger. Er gilt als Symbolgestalt konservativer Theologen der späten Nachkriegszeit. Dietzfelbinger lehnte die Frauenordination ab, erfand den Vorläufer des Freiwilligen Sozialen Jahrs (FJS) und setzte in der Ökumene Akzente.

Hermann Dietzfelbinger (Quelle: Pressestelle | Lachmann)

Als Sohn des Pfarrers Wilhelm Dietzfelbinger und dessen Frau Magdalene am 14. Juli 1908 im fränkischen Emershausen geboren, wuchs Hermann Dietzfelbinger in einem typischen Pfarrhaushalt auf. Die Bibel galt als ständiger Begleiter und Ratgeber in allen Lebensfragen.  Hermann studierte  Theologie in Erlangen, Tübingen und Greifswald, wurde 1931 Vikar in München und übernahm zwei Jahre später seine erste Pfarrstelle im unterfränkischen Rüdenhausen. „In der braunen Zeit“ habe Dietzfelbinger „zu den kritischen Geistern in der Kirche gehört“, sagte später der bayerische Landesbischof Johannes Friedrich. Dennoch sei er „kein Mann des lauten Protestes oder gar des Widerstands. Man kann ihn nicht als Helden bezeichnen, aber man kann ihm Gott sei Dank auch nichts vorwerfen.“  
 
Nach dem Krieg sucht der überzeugte Lutheraner nach einem Neuanfang für die Kirche, wird Rektor des Predigerseminars, später zwei Jahre lang Rektor der Diakonissenanstalt in Neuendettelsau. Er beobachtete, dass den Diakonissenhäusern zunehmend der Nachwuchs fehlte und rief 1954 zu einem freiwilligen Diakonischen Jahr für Mädchen auf, dem Vorläufer  des Freiwilligen Sozialen Jahrs (FSJ).

Überzeugter Ökumeniker

1955 wurde Dietzfelbinger zum bayerischen Landesbischof gewählt und 1967 zum Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland. Die nun aufkommenden Emanzipationsbewegungen und gesellschaftspolitischen Reformen waren Dietzfelbingers  Sache nicht. Er fürchtete eine Selbstzerstörung von Staat und Gesellschaft, eine Zerreißprobe für die Kirche und eine Vertiefung des ökumenischen Grabens. Gemeinsam mit Kardinal Julius Döpfner, dem Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz gab er die Erklärung „Das Gesetz des Staates und die sittliche Ordnung“ heraus, das ökumenisch beachtet wurde, aber kaum darüber hinaus.  

Dietzfelbinger engagierte sich erfolgreich für die Gründung der evangelisch-theologischen Fakultät in München und trat für Ökumene, Mission und Entwicklungshilfe ein. Auch das Straßburger Institut für ökumenische Forschung des Lutherischen Weltbundes (LWB), dessen Kuratoriumsvorsitzender er bis 1998 blieb, kam auf seine Initiative zustande. 1975 trat Dietzfelbinger als Bischof zurück. Seine Gesundheit war stark angegriffen und die von ihm stets abgelehnte Frauenordination in Bayern nicht mehr aufzuhalten. Fünf Jahre später - Kardinal Joseph Ratzinger war in dieser Zeit Erzbischof in München -  wird der frühere lutherische Bischof mit dem Romano-Guardini-Preis der Katholischen Akademie Bayern ausgezeichnet.

Stephan Braun

Weiterführende Links

Wikipedia

Hermann Dietzfelbinger

Downloads

Hermann Dietzfelbinger, Text [RTF, 12 KB] 

Hermann Dietzfelbinger, Bild in Druckqualität [JPG, 860 KB] 

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