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10.07.2009, 500. Geburtstag

Johannes Calvin (1509 - 1564)

Der französisch-schweizerische Reformator Johannes Calvin ist für die heute rund 75 Millionen evangelisch-reformierten Christen in der Schweiz, den Niederlanden, Nordwestdeutschland und in aller Welt das, was Martin Luther für die rund 70 Millionen evangelisch-lutherischen ist: Die historische und theologische Zentralfigur der eigenen Konfession.

Johannes Calvin (Quelle: Pressestelle | Lachmann)

Hundert Kilometer nördlich von Paris, in Noyon, wird Jean Cauvin am 10. Juli 1509 als Sohn eines kirchlichen Verwaltungsbeamten geboren. Während seines Jurastudiums in Paris begeistert er sich für die Ideen der Reformation und kommt damit in Konflikt mit Kirche und Staat: 1535 entgeht er der drohenden Verhaftung nur durch eine Flucht nach Basel, wo er 1536 die erste Fassung seines Hauptwerkes Institutio christianae religionis (Unterricht in der christlichen Religion) herausgibt.

Als Calvin im selben Jahr auf der Durchreise in Genf übernachtet, beschwört ihn der Reformator Guillaume Farel, er möge bleiben und ihn unterstützen: „Nachdem Farel gehört hatte, dass ich mich für meine privaten Studien frei halten wollte, ging er so weit, mich zu verfluchen, Gott möge meine Ruhe und meine Studien verdammen, wenn ich in einer so großen Notlage meine Hilfe und Beistand versagte. Dieses Wort erschreckte und erschütterte mich so tief, dass ich auf die unternommene Reise verzichtete.“ Calvin kümmert sich um die Gemeindeorganisation und verfasst einen Katechismus sowie ein protestantisches Glaubensbekenntnis, das alle Bürger unterschreiben sollen. Daran entzündet sich Widerstand, der schließlich dazu führt, dass Farel und Calvin an Ostern 1538 aus der Stadt gejagt werden.

In Straßburg lernt Calvin den dortigen Reformator Martin Bucer sowie Luthers Mitarbeiter Philipp Melanchthon kennen und schätzen. 1540 heiratet er Idelette de Bure, die Witwe eines von ihm selbst zur Rückkehr in die reformierte Kirche bewegten Wiedertäufers. Das einzige gemeinsame Kind Jacques stirbt schon wenige Tage nach der Geburt 1542. Als auch Idelette nach längerer Krankheit 1549 stirbt, schreibt Calvin: „Genommen ist mir die beste Lebensgefährtin. Wäre mir Schlimmes widerfahren, sie hätte nicht nur willig Verbannung und Armut mit mir geteilt, sondern auch den Tod.“

Bereits 1541 gibt es in Genf wieder politisch-religiöse Unruhen; Calvin wird zurückgerufen, zögert jedoch ein halbes Jahr: „Es gibt keinen Ort der Welt, vor dem ich mich mehr fürchtete, aber da ich nicht mein eigener Herr bin, so bringe ich mein Herz dem Herrn zum Opfer dar.“ Seine vom Stadtrat beschlossene Kirchenordnung sieht vier Ämter vor: Pastoren für Predigt und Seelsorge, Doktoren für den Unterricht, Diakone für die Armenpflege und Älteste für die Kirchenzucht. Ein Konsistorium aus Pastoren und Ältesten überwacht streng den Lebenswandel und die Gesinnung der Bürger. Das wird 1553 auch dem Arzt Michael Servet zum Verhängnis, der bereits in Vienne in Abwesenheit als Ketzer zum Tode verurteilt worden war. Auf der Flucht wird er in Genf erkannt; Calvin liefert der Anklage das nötige Beweismaterial, woraufhin Servet auf dem Scheiterhaufen verbrannt wird.

1559 gründet Calvin in Genf die Akademie als Hochschule für reformierte Theologen. Deren erster Rektor wird der aus Burgund stammende Calvin-Schüler Theodor Beza, der nach Calvins Tod auch sein Nachfolger in den kirchlichen Ämtern wird. Nach längerer Krankheit stirbt Calvin am 27. Mai 1564 in Genf, sein Grab befindet sich auf dem Cimetière des Rois im Stadtteil Plainpalais.

Peter Steinle

 

Das Evangelische Medienhaus Stuttgart hat einen Comic-Band zum Leben und Wirken des Reformators herausgebracht. Zu beziehen ist er für 5,90 Euro über: www.evmedienhaus.de.

Weiterführende Links

Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon

Wikipedia

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Johannes Calvin, Text [RTF, 12 KB]

Johannes Calvin, Bild in Druckqualität [JPG, 316 KB]

Quelle: Pressestelle | Lachmann 

Johannes Calvin, Bild in Druckqualität [JPG, 1,08 MB] 

Quelle: Pressestelle | Lachmann

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