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09.06.2008, 500. Geburtstag

Primus Truber (1508 - 1586)

Primus Truber war lutherischer Pfarrer in Württemberg und ein letztlich erfolgloser Reformator seiner Heimat Slowenien. Durch seine in Tübingen und Urach gedruckten Reformationsschriften hat er das vorher nur als Mundart gesprochene Slowenisch zur Schriftsprache weiterentwickelt. Deshalb ist er selbst dort, wo er seines Glaubens wegen dreimal vertrieben wurde, inzwischen hoch angesehen: Sein Portrait ziert heute die slowenische Ein-Euro-Münze.

Primus Truber Quelle: Landeskirchliches Archiv

Als Primoz Trubar wurde er vor 500 Jahren, am 9. Juni 1508 im slowenischen Rašica geboren. Sein Vater war ein wohlhabender Müller in der Mühle des Grafen von Turjak und Mesner der Jernej-Kirche. Bereits als Zwölfjähriger verließ der junge Primus seine Heimat, um bis 1529 mehrere Sprachen sowie humanistisches und reformatorisches Gedankengut zu studieren, unter anderem in Salzburg bei Luthers ehemaligem Beichtvater Johannes von Staupitz und in Triest bei dem Humanisten Bischof Pietro Bonomo.

Nach seiner Priesterweihe 1530 prangerte Truber als Pfarrer in Tüffer, Laibach und Triest die kirchlichen Missstände an: Ablasshandel, Wallfahrten, Scheinfrömmigkeit und Aberglauben. Eine Folge der so unvermeidlichen Konflikte mit der Obrigkeit waren mehrere Orts- und Stellenwechsel, trotzdem hatte er bereits als 34-Jähriger die höchste Karrierestufe eines nichtadeligen Klerikers erreicht: 1542 wurde er Domherr in Laibach. Nur sechs Jahre später sah er sich von einem neuen Bischof als Ketzer verfolgt; Truber entging der Verhaftung nur durch eine Flucht über Nürnberg nach Rothenburg ob der Tauber, wo er eine Stelle als Frühprediger fand. Unterwegs hatte er in Krainburg Barbara Sitar kennengelernt, die er in Rothenburg heiratete und mit der er in den Folgejahren vier Kinder hatte. Der Bruch des Zölibatsgelübdes bedeutete auch den endgültigen Bruch mit der alten Kirche.

Bibelübersetzer und Glaubensflüchtling

In Rothenburg verfasste Truber seine ersten beiden Bücher in slowenischer Sprache: zwei Katechismen nach Martin Luther und Johannes Brenz, die wegen des Publikationsverbots für reformatorische Schriften 1550 nur unter Pseudonym in der Tübinger Druckerei Ulrich Morhart erschienen. 1553 wurde der Theologe an die Pfarrkirche St. Mang in Kempten berufen, wo er mit einer slowenischen Bibelübersetzung begann. Als 1561 am Mönchshof zu Urach eine „Windische, chrabatische und cirulische Thrukerei“ zur Verbreitung der reformatorischen Ideen in slowenischer, kroatischer und kyrillischer Sprache entstand, wurde Truber zu deren Prinzipal bestellt; wenig später übernahm er in Urach auch eine Pfarrstelle.

Auf Einladung der Krainer Landstände kehrte Truber 1562 in seine slowenische Heimat zurück. Nach dem Tod seiner Frau Barbara 1563 heiratete er Anastasia. Trubers slowenische Kirchenordnung, die nach württembergischem Vorbild auch das Bildungs- und Sozialwesen umfasste, traf jedoch auf die Missbilligung des Erzherzogs, sodass der Verfasser Laibach 1565 nun bereits zum dritten Mal als Glaubensflüchtling verlassen musste.

Über Lauffen kam er nach Derendingen bei Tübingen: Hier baute er sich ein Haus, in dem er noch fast 20 Jahre lebte. Von Trubers 31 slowenischen Büchern entstanden 11 in Derendingen. Nachdem seine zweite Frau nach 15 Ehejahren verstorben war, heiratete er 73-jährig die einheimische Agnes. Am 28. Juni 1586 starb Primus Truber in Derendingen. Sein völkerverbindendes Werk in zwei Ländern setzten seine Söhne fort: der erstgeborene, Primus, wurde sein Nachfolger im Amt eines württembergischen Pfarrers im schwäbischen Kilchberg, der jüngere, Felician, im Amt des Superintendenten im slowenischen Laibach.

Peter Steinle

Weiterführende Links

Wikipedia

Downloads

Primus Truber, Text [RTF, 13 KB]

Primus Truber, Bild in Druckqualität [JPG, 1,2 MB]

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