21.02.2008, 200. Geburtstag
Wilhelm Löhe (1808 - 1872)
Bewunderer und Gegner hatte er genügend, sowohl zu Lebzeiten wie auch heute noch. Bekannt ist von ihm sein „Leitbild“ für die Krankenpflegerinnen.

- Wilhelm Löhe (Bild: Internet/ gemeinfrei)
"Was will ich? Dienen will ich. Wem will ich dienen? Dem Herrn in seinen Elenden und Armen. Und was ist mein Lohn? Ich diene weder um Lohn noch um Dank, sondern aus Dank und Liebe; mein Lohn ist, dass ich dienen darf." Mit diesem häufig aus dem Zusammenhang gerissenen Satz wurden schon oft die berechtigten Ansprüche von Mitarbeitern – noch häufiger von Mitarbeiterinnen – in der Diakonie abgelehnt. Tatsächlich ging es Löhe mit seinem „Lutherischen Verein für weibliche Diakonie“ vor allem darum, Frauen eine qualifizierte Ausbildung für den Pflegedienst zu geben. Entsprechend dem Stil seiner Zeit ging Löhe von unterschiedlichen Aufgaben für Männer und Frauen beim Aufbau des Reiches Gottes aus – wobei seiner Meinung nach den Frauen die dienende Rolle zukam.
Gegner eines vereinigten Protestantismus
Wilhelm Löhe (21. Februar 1808 – 2. Januar 1872) war Pfarrer in Neuendettelsau. Er wurde 1837 Landpfarrer in diesem kleinen Ort bei Nürnberg, weil seine Bewerbungen auf Stadtpfarrstellen allesamt abgelehnt wurden. „Nicht tot möchte ich in dem Neste sein!“, soll er anfangs über Neuendettelsau gesagt haben. 25 Jahre später galt dieser kleine Ort als Mittelpunkt der lutherischen Mission. Die Gründung der Diakonissenanstalt war nur eine seiner Aktivitäten, die weit über Neuendettelsau hinaus reichten. Um deutsche Auswanderer in Nordamerika kümmerte er sich, indem er in Neuendettelsau „Nothelfer“ ausbildete und nach Amerika aussandte.
1837 heiratete er Helene Andreae, die während seiner Nürberger Vikarszeit eine seiner Konfirmandinnen gewesen war. Dem Ehepaar Löhe wurden vier Kinder geschenkt. Helene Löhe starb allerdings nach nur sechsjähriger Ehe. Alle Vorschläge, nochmals zu heiraten, lehnte Löhe ab.
Löhe war lutherisch geprägt und legte deshalb großen Wert auf die Feier des Abendmahls. Das Pfarramt empfand er als von Gott unmittelbar gegeben und nicht als ein von der Gemeinde übertragener Dienst. Die lutherische Kirche sah er als einigende Mitte der Christenheit zwischen Katholizismus und reformierter Kirche an. Allen Einigungsbestrebungen im Protestantismus trat er skeptisch entgegen, weil er dadurch eine Verwässerung des lutherischen Bekenntnisses befürchtete. Am Kirchentag in Wittenberg im Jahr 1848 nahm er nicht teil, weil seiner Meinung nach dort eine nicht vorhandene Einheit vorgespiegelt würde. Mit dem Konsistorium der bayrischen Kirche trug er mehrere Konflikte aus.
Angesichts Löhes Lebenswerk – dazu gehören auch mehrere Bücher – glaubt man kaum, dass er „nur“ Landpfarrer in Neuendettelsau war. Er hat wie kaum ein anderer den Wunsch real umgesetzt, dass Diakonie und Mission Aufgabe der gesamten Kirche seien. Löhe starb am 2. Januar 1872. Sein Werk wurde auf mannigfaltige Weise fortgesetzt.
Dietrich Hub
Weiterführende Links
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
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Quelle: Internet, gemeinfrei





