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StartseiteGlaubenGedenktageGedenktage 2008Hahn, Johann Michael

02.02.2008, 250. Geburtstag

Johann Michael Hahn (1758 - 1819)

Sein Name ist bekannt durch die Hahnschen Gemeinschaften, die es in vielen Orten Württembergs gibt. Nicht verwechselt werden sollte er mit dem württembergischen Pfarrer Philipp Matthäus Hahn.

Johann Michael Hahn (Quelle: Württembergische Landesbibliothek)

Der Landwirt Johann Michael Hahn, geboren am 2. Februar 1758 und gestorben am 20. Januar 1819 in Sindlingen bei Herrenberg, war einer der „Väter“ des württembergischen Pietismus. Seine zahlreichen Schriften werden vor allem in der von ihm gegründeten „Hahn´schen Gemeinschaft“ gelesen. Er ist der Textdichter der Kirchenlieder „Jesu, Seelenfreund der Deinen“ (Evangelisches Gesangbuch Nr. 560) und „Herr, laß mich deine Heiligung“ (Evangelisches Gesangbuch Nr. 634, Anhang Württemberg).

Geboren ist Hahn in Altdorf bei Böblingen. Als junger Mann erlebte er eine Bekehrung und schloss sich pietistischen Kreisen an. Im Alter von 20 Jahren hatte er seine erste „Vision“, bei ihm „Zentralschau“ genannt. Als er begann, in Versammlungen darüber zu sprechen, gingen Beschwerden über ihn bei der Stuttgarter Kirchenleitung ein. Hahn wurde von der Kirchenleitung ermahnt, sich enger an das Bekenntnis der Kirche zu halten. Seine Versammlungen wurden aber nicht verboten. Hahn selbst wiederum betrieb ebenfalls keine „Separation“ seiner Anhänger von der Landeskirche.

Bauer und Seelsorger

1794 zog er nach Sindlingen bei Herrenberg. Dort arbeitete er als Bauer und übte eine rege Predigt- und Seelsorgetätigkeit in pietistischen Kreisen aus. Er blieb – wie anfangs viele führende Mitglieder seiner Gemeinschaft – ehelos. In Sindlingen stand er unter dem Schutz der württembergischen Herzogin Franziska von Hohenheim, der früheren Mätresse und dann zweiten Ehefrau von Herzogin Karl Eugen von Württemberg. Sindlingen war „reichsunmittelbar“, damit kein Teil des württembergischen Herzogtums und somit auch nicht Teil der württembergischen Landeskirche. 1803 baute er sich dort ein Haus, das zum Versammlungsort vieler Pietisten wurde.

Hahns „Theosophie“ ist nicht leicht wiederzugeben. Die sachliche Würdigung wird auch dadurch erschwert, weil Hahn zu vielen seiner Erkenntnisse durch „Visionen“ kam. Diese führten ihn zu einer besonderen Form der Beschäftigung mit der Heiligen Schrift. Sie wurden aber weder von ihm noch von seinen Anhängern dem in der Bibel offenbarten Wort Gottes gleichgestellt. Dennoch können seine persönlichen Betrachtungen dadurch nicht „nachgeprüft“, häufig auch kaum nachvollzogen werden. Nach Hahns Aussagen muss die Bibel immer „geistlich“ verstanden werden – was natürlich den Widerspruch von Vertretern der Aufklärung hervorrief. Hahn vertrat die Lehre von der „Apokatastasis panton“, der Allversöhnung. Nach dieser Lehre sei es nicht mit Gottes Liebe zu allen Menschen zu vereinbaren, dass viele Menschen nach ihrem Tod dauerhaft von Gottes Nähe getrennt sein könnten. Nach Aussage von Johann Michael Hahn könne es zwar Höllenstrafen geben, diese würden aber nicht ewig lange anhalten. Hahn war als Leiter der pietistischen Siedlung Korntal vorgesehen. Er starb im Januar 1819, kurz vor der formellen Gründung dieser Gemeinde.

Dietrich Hub

Weiterführende Links

Ökumenisches Heiligenlexikon

Wikipedia

Hahn'sche Gemeinschaft

Downloads

Johann Michael Hahn, Text [RTF, 27 KB]

Johann Michael Hahn, Bild in Druckqualität [JPG, 963 KB]

Quelle: Landeskirchliches Archiv

Johann Michael Hahn, Bild in Druckqualität [JPG, 1 MB]

Quelle: Württembergische Landesbibliothek

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