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30.03. 2008, 150. Todestag

Johannes Evangelista Goßner

Johannes Evangelista Goßner war ein Erweckungsprediger, der Menschen aus allen Bevölkerungsschichten berührte. Seine Glaubenslehre stellte die Liebe Gottes in den Vordergrund und betonte die Gemeinsamkeiten aller Konfessionen.

Johannes E. Goßner Quelle: Landeskirchliches Archiv

Am 14. Dezember 1773 kommt Goßner in Hausen in bayerisch Schwaben zur Welt. Er wächst in einer frommen römisch-katholischen Bauernfamilie unter zahlreichen Geschwistern auf. Schon früh will er Pfarrer werden und predigt den Schneeflocken draußen vor dem Fenster.

Nach dem Studium in Dillingen und Ingolstadt empfängt Goßner 1796 die Priesterweihe und wirkt zunächst als Kaplan in Stoffenried und Neuburg und danach als Domkaplan in Augsburg. Seine Nähe zur Erweckungsbewegung um Martin Boos, die die Botschaft von der Rechtfertigung des Menschen allein durch den Glauben und Gottes Gnade verkündet, bringt ihn in Konflikt mit der konservativen Kirchenführung. Er wird vor das geistliche Gericht geladen und zu mehreren Wochen Priestergefängnis in Göggingen verurteilt.


1803 tritt er eine Pfarrstelle in Dirlewang an, wo er zum ersten Mal persönlichen Kontakt zu Protestanten aufnimmt. In dem Sekretär der Christentumsgesellschaft in Basel, Christian Friedrich Spittler, findet er einen Freund fürs Leben. Auch der Brudergemeinde Zinzendorfs fühlt er sich verbunden. Aber er hat das Gefühl, dass seine Mission innerhalb der katholischen Kirche noch nicht beendet sei.

Vom katholischen zum protestantischen Glauben

Seine seelsorgerische Arbeit wird immer mehr erschwert, weshalb er 1819 das Benefiziat in München aufgibt, um Religionslehrer in Düsseldorf zu werden. Schon ein Jahr später zieht er weiter nach Petersburg, an die katholische Malteserkirche, wo er viele Menschen aller Konfessionen in seinen Bann zieht. Doch auch hier eckt er mit seinem konfessionsübergreifenden Denken an und wird 1824 des Landes verwiesen. 1826 entschließt er sich endlich, zur evangelischen Kirche überzutreten, obwohl er eigentlich nicht die Konfession wechseln wollte. Er fühlte sich vielmehr als Christ im Sinne der Urgemeinde. Sein Ziel war die Erweckung des Glaubens an das reine Evangelium in allen Konfessionen.
 
1826 tritt er seine erste evangelische Pfarrstelle an der Bethlehemskirche in Berlin an. Er ruft die ersten Kindergärten ins Leben und wirkt bei der Gründung von christlichen Männer- und Frauenkrankenvereinen mit, woraufhin 1837 das Elisabethenkrankenhaus gegründet wird. 1839 gründet er eine eigene Missionsgesellschaft, die Goßner-Mission, die überkonfessionell arbeitet und auch Nichttheologen ausbildet.

Am 30. März 1858, im Alter von 84 Jahren, stirbt Johannes Evangelista Goßner. Die Goßner-Mission setzt seine Arbeit fort und engagiert sich in Indien, Nepal, Sambia, Osteuropa und auch in Deutschland für Gerechtigkeit und die Überwindung von Armut.


Sabine Keller

Weiterführende Links

Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon

Wikipedia

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Quelle: Landeskirchliches Archiv

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