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15.10.2008, 250. Geburtstag

Johann Heinrich von Dannecker (1758 - 1841)

„Es fehlte in der kleinen Residenz, unter einer für die bildenden Künste nicht sehr aufgeschlossenen, in bescheidenem Vermögensstande lebenden Bevölkerung an Bestellungen – der besten Anregungen zu künstlerischer Geschäftigkeit“, urteilt die 1876 in Leipzig erscheinende „Allgemeine Deutsche Biographie“ über den schleppenden Stuttgarter Kunstbetrieb.

Johann Heinrich von Dannecker (Quelle: Württembergische Landesbibliothek)

Leicht dürfte es demnach nicht gewesen sein, um das Jahr 1800 in Stuttgart als Bildhauer zu wirken. Bezeichnenderweise war es denn auch der Auftrag eines Bankiers aus dem reichen Frankfurt am Main, der Johann Heinrich von Dannecker zu seinem berühmtesten Werk veranlasste, der „Ariadne auf dem Panther“.

Dass er heute dennoch als einer der bedeutendsten deutschen Bildhauer seiner Zeit gilt, war Dannecker auch nicht in die Wiege gelegt. Vor 250 Jahren, am 15. Oktober 1758, hat er in Waldenbuch als Sohn eines herzoglichen Stallknechts das Licht der Welt erblickt. „Den frühen Regungen des Kunsttriebes in dem aufgeweckten Knaben schien die Armuth der Familie eine Schranke entgegenzustellen“, schreibt der Biograph. Doch der 13-jährige Dannecker wendet sich 1771 persönlich an Herzog Karl Eugen und bittet um Aufnahme in die neu gegründete Eliteschule, die spätere „Hohe Karlsschule“.

Hier lernt Dannecker den ein Jahr jüngeren Friedrich Schiller kennen. Eine Freundschaft, die bis heute Spuren zeigt: Dannecker hat berühmte, vielfach kopierte Schillerbüsten geschaffen. Schiller war Zeitzeugen zufolge keine Schönheit, doch sein Abbild wird durch Danneckers Hand zu einem antikisierten Idealmannsbild, mit hoher Stirn und furchtlosem Blick.

"Tiefe religiöse Schaffensqual"

Vor Danneckers Ruhm stehen lange Studienjahre. Mit 22 Jahren wird Dannecker Hofbildhauer. Das bedeutet zunächst nicht mehr, als dass er in Serie Modelle für Gipsarbeiten zur Verzierung herzoglicher Neubauten fertigen muss. Doch dem talentierten jungen Mann werden 1783 Studienaufenthalte in Paris und Rom genehmigt. Dort lernt er von den besten Bildhauern Europas. 1790 kehrt er nach Stuttgart zurück, wird Professor an der Hohen Karlsschule. Nach deren Aufhebung 1794 gibt er privaten Kunstunterricht. Er ist jetzt weit über Württemberg hinaus berühmt.

Der Mode der Zeit entsprechend bedient sich Dannecker vor allem antiker Stoffe. Auf Bestellung fertigt er aber auch Kirchenkunst an. Erhalten ist sein Evangelist Johannes, den er 1826 für die Grabkappelle auf dem Rotenberg schuf. Der Blick des Evangelisten, eines überlebensgroßen Jünglings, ruht gelassen auf den Besuchern der Gruft, die König Wilhelm I. zu Ehren seiner Frau Katharina erbaut hatte. Kaum zu glauben, dass Dannecker die Arbeit am Evangelisten in eine tiefe „religiöse Schaffensqual“ gestoßen hat, wie der Biograph schreibt.

Die Heirat mit der Kaufmannstochter Heinrike Rapp festigt Wohlstand und Anerkennung, die Dannecker im gesellschaftlichen Leben Stuttgarts genießt. Sein Haus am Schlossplatz, die „Danneckerei“, ist ein kultureller Mittelpunkt der Stadt. Doch um 1835 beginnt Danneckers geistige Umnachtung. Am 8. Dezember 1841 stirbt er.

Christoph Schweizer

Weiterführende Links

Wikipedia

Johann Heinrich von Dannecker bei www.stuttgart.de

Grab von Johann von Heinrich Dannecker

Downloads

Johann Heinrich von Dannecker, Text [TXT, 4 KB]

Johann Heinrich von Dannecker, Bild in Druckqualität [JPG, 1,37 MB]

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