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03.12.2008, 525. Geburtstag

Nikolaus von Amsdorff (1483 - 1565)

Nikolaus von Amsdorff war zur Zeit der Reformation neben Melanchthon und Luther der dritte Theologieprofessor in Wittenberg. Er gilt als einer der treuesten Anhänger von Martin Luther und wurde von ihm zum ersten evangelischen Bischof ordiniert. Amsdorff war somit zeitweilig höchster geistlicher Amtsträger im Luthertum.

Nikolaus v. Amsdorff (Quelle: Porträtsammlung d. Herzog August-Bibliothek Wolfenbüttel)

Am 3. Dezember 1483 wird Nikolaus von Amsdorff im thüringischen Torgau geboren. In Leipzig geht er zur Schule und beginnt sein Studium, wechselt aber im Jahr 1502 an die neu gegründete Universität Wittenberg. Ab 1507 lehrt er Philosophie und Theologie am Allerheiligenstift in Wittenberg. Er erarbeitet sich den akademischen Grad eines Lizentiaten, hat damit eine kirchliche Lehrbefugnis und wird zudem mehrmals Rektor.

Etwa um 1516 kommt er mit Martin Luthers neuer Auslegung des Römerbriefs in Kontakt. Trotz anfänglicher Ablehnung schließt er sich Luther bald an und wird ein vertrauter Freund.


Er begleitet Luther auf seinem Weg zum Wormser Reichstag im Jahr 1521 und ist in die Pläne zur Gefangennahme auf dem Rückweg eingeweiht. Während Luther auf der Wartburg in Eisenach Schutz findet, wird Amsdorff dessen Verbindungsmann zu den Wittenbergern und dem Kurfürsten von Sachsen. Er treibt neben Philipp Melanchthon die Reformation voran, fühlt sich aber in dieser Führungsrolle während Luthers Abwesenheit nicht wohl.

Seine Lebensaufgabe sieht er darin, die lutherische Lehre unverfälscht zu halten. Er selbst entwickelt aber keine theologisch eigenständigen Theorien. Amsdorff ist zu schnellen und drastischen Reformen bereit, beeinflusst durch die „Zwickauer Propheten“, eine radikale Gruppierung in der Frühzeit der Reformation. Luther kann ihn zum Bruch mit diesen Gruppen überreden.

1524 wird Amsdorff in Magdeburg Superintendent und Pfarrer an der Kirche St. Ulrich. Er fördert dort die Reformation, ordnet den Gottesdienst nach dem Vorbild Wittenbergs und das Schulwesen neu. Er setzt sich für reformatorische Kirchenordnungen in Goslar und Einbeck ein und wird mehrfach zum Ratgeber für den Reformationsprozess. In Religionsgesprächen bleibt er allerdings häufig kompromisslos. So lehnt er 1541 das Regensburger Buch zur Verständigung mit der Katholischen Seite ab. Amsdorff wendet sich gegen alles, was an die römische Kirche erinnert und zudem auch gegen den Kaiser. Damit geht er deutlich über Luthers Lehre hinaus.

1541 wird Amsdorff als Naumburger Bischof durchgesetzt - auf Druck des sächsischen Kurfürsten, Johann Friedrich, und gegen den bereits gewählten Reformkatholiken Julius von Pflug. Am 20. Januar 1542 ordiniert ihn Luther zum ersten evangelischen Bischof. Amsdorffs Reformbemühungen im Bischofsamt scheitern jedoch zumeist am Widerstand vieler Mitarbeiter des Bistums.

Im Schmalkaldischen Krieg muss er 1547 fliehen, er kehrt nach Magdeburg zurück. Er veröffentlicht mit einigen Weggefährten Schriften gegen die Politik des Kaisers. Magdeburg wird hierdurch vorübergehend zum produktivsten Druckort Deutschlands. 1552 erhält er vom sächsischen Kurfürsten die Stelle des Generalsuperintendenten in Eisenach, die er bis zu seinem Lebensende ausfüllt. Er führt die erste große Kirchenvisitation in Thüringen durch und unterstützt die Universität Jena als „gnesiolutherische“ (die härtere Linie der Reformation vertretende) Gegeneinrichtung zu Wittenberg. Noch bis zu seinem Tod 1565 setzt er die Kontroversen fort.

Beate Dreinhöfer

Weiterführende Links

Wikipedia

Downloads

Nikolaus von Amsdorff, Text [RTF, 16 KB]

Nikolaus von Amsdorff, Bild in Druckqualität [JPG, 762 KB]

(Quelle: Porträtsammlung der Herzog August-Bibliothek Wolfenbüttel, Bd. 1, München 1986)

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