15.11. 2007, 100. Geburtstag
Claus Schenk Graf von Stauffenberg (1907 - 1944)
Claus Schenk Graf von Stauffenberg gilt als mutiger Mann. Er war eine der Hauptpersonen des militärischen Widerstands gegen Hitler und maßgeblich am zweiten erfolglosen Attentat beteiligt. Bei Kriegsbeginn 1939 war Stauffenberg noch ein glühender Verehrer Adolf Hitlers. Und - was kaum bekannt ist – ein gläubiger Christ und lange wohnhaft in Württemberg.

- Claus Graf Schenk von Stauffenberg (Quelle: Haus der Geschichte Baden-Württemberg)
Claus Schenk Graf von Stauffenberg wurde am 15. November 1917 in Jettingen als Sohn von Oberhofmarschall Alfred Schenk Graf Stauffenberg und seiner Frau Caroline geboren. Seine Kindheit verbrachte er maßgeblich in Stuttgart und am Sommersitz der Familie in Albstadt-Lautlingen. Claus von Stauffenberg war gläubiger Katholik und liebte die Literatur.
Durch seine adlige Herkunft war Stauffenberg für eine Militärkarriere prädestiniert. Zunächst wird er an der Infanterieschule in Dresden ausgebildet und anschließend zum Leutnant ernannt. Fünf Jahre später nimmt Stauffenberg an der Besetzung des tschechischen Sudetenlandes teil und ist 1942 an der Westoffensive gegen Frankreich beteiligt.
Stauffenberg war zunächst ein begeisterter Nationalsozialist. Schon 1932 sprach er sich anlässlich der Reichspräsidentenwahl gegen Paul von Hindenburg und für Adolf Hitler aus. Eine allmähliche Distanzierung von der nationalsozialistischen Staatsführung begann erst, nachdem Stauffenberg die Reichsprogromnacht miterlebt hatte. Die Deportation und systematische Ermordung von Juden konnte er nicht mit seinem Glauben vereinbaren. Zudem war er davon überzeugt, dass die militärische Führung Hitlers zu einem Verlust des Krieges führen würde. 1942 schloss sich Stauffenberg deshalb dem militärischen Widerstand an.
Mitglied der Widerstandsgruppe Kreisauer Kreis
Stauffenberg schloss sich einer bürgerlich-zivilen Widerstandsgruppe, dem Kreisauer Kreis an, maßgeblich von Helmuth James Graf von Moltke und Peter Graf Yorck von Wartenburg geleitet wurde. Dieser befasste sich vor allem mit Plänen zur politisch-gesellschaftlichen Neuordnung Deutschlands nach einem möglichen Sturz Hitlers.
Als langjähriges Mitglied des deutschen Militärs wusste Stauffenberg, dass der Wehrmacht, die von Gestapo und Sicherheitsdienst (SD) kaum unterlaufen war, die nötigen Mittel zum Umsturz zur Verfügung stünden. Als Stauffenberg 1943 bei einem Tieffliegerangriff schwer verwundet wurde, setzte er sich vehement dafür ein, im Bendlerblock in Berlin als Stabschef des Allgemeinen Heeresamtes weiterbeschäftigt zu werden. Er hatte dort Zugang zu Lagebesprechungen des Führerhauptquartiers.
Diese Position bot für Stauffenberg und seinen Helfern die Chance, ein Attentat gegen Hitler zu planen und durchzuführen. Nach zwei erfolglosen Versuchen, bot sich am 20. Juli 1944 die Chance, Hitler über eine Sprengladung im Führerhauptquartier zu ermorden. Dass auch dieses, „Operation Walküre“ genannte, Vorhaben misslang, hing mit einer Verkettung unglücklicher Umstände zusammen: der ungünstigen Positionierung des Sprengsatzes im Raum, den zeitlichen Verzögerungen und den widersprüchlichen Meldungen bezüglich Hitlers Tod. Obwohl es Stauffenberg und seinem Adjutanten Werner von Haeften noch gelang, nach Berlin zurückzukehren, flog der Putschversuch auf. Noch in deselben Nacht wurden Stauffenberg und drei seiner Helfer im Hof des Bendlerblocks erschossen.
Simone Scheps
Quellen:
1. Bentzien, H. (2004):
Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Der Täter und seine Zeit. Berlin.
2. Bräuninger, W. (2002):
Claus von Stauffenberg. Die Genese des Täters aus dem Geiste des Geheimen Deutschland. Wien und Leipzig.
3. Graf v. Krockow, C. (2002, 2004):
Eine Frage der Ehre, Stauffenberg und das Hitler-Attentat vom 20. Juli. Berlin.
4. Müller, C. (2003):
Stauffenberg. Eine Biographie. Düsseldorf.
Am 15.11.2007 wird in Schloss Stauffenberg in Albstadt-Lautlingen eine Gedenkstätte eröffnet, die an das Leben von Claus Schenk Graf von Stauffenberg erinnern soll.
Öffnungszeiten: mittwochs, samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr.
Quelle: Stuttgarter Zeitung vom 13.11.2007
Weiterführende Links
Stauffenberg-Erinnerungsstätte im Haus der Geschichte Baden-Württemberg
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Quelle: Haus der Geschichte Baden-Württemberg





