englishfrancais

StartseiteGlaubenGedenktageGedenktage 2007Schindler, Emilie

22.10.2007, 100. Geburtstag

Emilie Schindler (1907 - 2001)

Als 1993 Steven Spielberg den Film „Schindlers Liste“ in die Kinos bringt, dreht sich alles um ihn: Oscar Schindler, den Retter von rund 1200 jüdischen Gefangenen.

Emilie Schindler (links) mit ihrer Biographin Erika Rosenberg vor Schindlers Liste

Oskar Schindler ist der Held des Filmes, seine Frau Emilie nicht. In der Schlussszene legt sie den ersten Stein auf das Grab ihres Mannes.
Die Überlebenden wussten es anders und so wurden die beiden, Oscar und Emilie Schindler, neben nur 38 anderen Deutschen in Yad Vashem als „Gerechte unter den Völkern“ ausgezeichnet.

Emilie Pelzl kommt als zweites Kind des Ehepaares Josef und Maria Pelzl in Alt-Moletein am 22. Oktober 1907 zur Welt. In Brünn (heute: Brno) besucht sie verschiedene Schulen, darunter eine Landwirtschaftsschule.

Am 6. März 1928 heiratet sie den um ein Jahr jüngeren sudetendeutschen Industriellen Oskar Schindler. Seine Fabrik geht in der Weltwirtschaftskrise pleite. 1936 zieht das Ehepaar nach Mährich-Ostrau (heute: Ostrava). Dort unterstützt sie ihren Mann bei der Arbeit für die Deutsche Abwehr, dem Geheimdienst der Wehrmacht.

Im Oktober 1939 geht Schindler nach dem deutschen Überfall nach Krakau und erwirbt die „Deutsche Emailwarenfabrik“ (DEF). Beide beginnen ab 1941 die jüdischen Zwangsarbeiter in ihrer Fabrik zu versorgen. Emilie Schindler organisiert Mehl und Grieß bei Mühlen der Umgebung. Zwangsarbeiter zu versorgen war bei Todesstrafe verboten. 1944 wird die Fabrik nach Brünnlitz evakuiert. Dort nimmt sie – ihr Mann war nicht da - im Januar 1945 über 100 Juden auf, die drei Wochen lang in einem verschlossenen Viehwagon auf ihren Abtransport in ein KZ gewartet hatten. In der Fabrik baut sie ein Lazarett auf, pflegt die Kranken und Verwundeten persönlich.

Nach dem Krieg emigriert das Ehepaar nach Argentinien und lebt sich dort auseinander. Oskar Schindler hatte schon während des Krieges unzählige Geliebte. Er kehrt 1957 nach Deutschland zurück und lässt seine Frau mit seinen Schulden in Argentinien allein. 1974 stirbt er in Deutschland. Sie hat sich nie von ihm scheiden lassen, weil sie bei all seinen Affären immer annahm, er würde zu ihr zurückkehren.

Im Herbst 1999 fand ein Stuttgarter Ehepaar im Haus der letzten Lebensgefährtin von Oskar Schindler seinen Koffer mit 7000 Briefen, Dokumenten und Fotos. Die Eheleute übergaben den Koffer der Stuttgarter Zeitung, die eine Artikelserie darüber verfasste. Nun wird auch klar, welche Rolle Emilie Schindler damals spielte.

Am 5. Oktober 2001 stirbt Emilie Schindler in Deutschland nach einem Schlaganfall und wird in Waldkraiburg beerdigt.

Jürgen Kaiser

Weiterführende Links

Wikipedia

Downloads

Emilie Schindler, Text [RTF, 13 KB]

Emilie Schindler, Bild in Druckqualität [JPG, 413 KB]

Quelle: Erika Rosenberg

Biographie von Emilie Schindler

Autorin: Erika Rosenberg

(Wieder)Eintritt in die Kirche
Bookmarks und RSS

RSS Feed abonnieren

Ich glaub schon
Hilfe für Missbrauchsopfer