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StartseiteGlaubenGedenktageGedenktage 2007Schiller (geb. Kodweis), Elisabeth D.

13.12.2007, 275. Geburtstag

Elisabeth Dorothea Schiller (1732 - 1802)

Elisabeth Dorothea Schiller war Schwäbin und Europäerin, sie war Gastwirtstochter und Majorsgattin. Die Nachwelt erinnert sich ihrer aber vor allem als „Schillers Mutter“ – diese Inschrift hatte Jahrzehnte nach ihrem Tod der Dichter Eduard Mörike eigenhändig in ihr steinernes Grabkreuz gemeißelt.

Elisabeth Dorothea Schiller

Elisabeth Dorothea Kodweiß wurde am 13. Dezember 1732 als einziges Kind von Anna Maria und Georg Friedrich Kodweiß in Marbach geboren. Als 16-Jährige begegnete sie im elterlichen Gasthaus „Zum goldenen Löwen“ dem Militär-Barbier und Wundarzt Johann Caspar Schiller aus Bittenfeld bei Waiblingen. Bereits am 22. Juli desselben Jahres feierte das junge Paar Hochzeit und nahm Wohnung im „Goldenen Löwen“.

Das junge Glück währte aber nur kurz, denn Vater Kodweiß hatte sich beim Holzhandel verspekuliert, und selbst das stattliche Vermögen des Schwiegersohnes konnte den Ruin nur vorübergehend aufhalten: Das Gasthaus kam unter den Hammer, Familie Kodweiß zog um in ein Torwächterhäuschen. Johann Caspar Schiller trat am 7. Januar 1753 wieder in die württembergische Armee ein. Für Elisabeth Dorothea begannen damit unstete Jahre, die sie teils an den wechselnden Regimentsstandorten ihres Mannes und teils in der engen Behausung ihrer verarmten Eltern verbrachte.

Während dieser Zeit brachte Elisabeth Dorothea Schiller jeweils in Abwesenheit ihres Mannes die ersten beiden Kinder in Marbach zur Welt: am 4. September 1757 Tochter Christophine und am 10. November 1759 Sohn Friedrich. Erst 1764 wurde die junge Familie in Lorch wieder sesshaft. Dort wurden vier weitere Töchter geboren, von denen aber nur zwei – Louise und Nanette – das Kindesalter überlebten.

Inniges Verhältnis zu Sohn Friedrich

Im Dezember 1775 zog die Familie auf die Solitude bei Gerlingen, wo Johann Caspar zum Garteninspektor am herzoglichen Schloss ernannt worden war. In diese Zeit fiel auch die Flucht des Sohnes Friedrich aus Stuttgart, der sich damit dem von Herzog Carl Eugen über ihn verhängten Schreibverbot entzog. Elisabeth Dorothea war im Gegensatz zu ihrem Mann in die Fluchtpläne eingeweiht; sie litt nicht nur unter der Trennung von ihrem einzigen geliebten Sohn, sondern auch unter der Verantwortung ihrer Mitwisserschaft.

Um ihre beiden ältesten Kinder Christophine und Friedrich in Sachsen besuchen zu können, nahm Elisabeth Dorothea zusammen mit der jüngsten Tochter Nanette 1792 eine beschwerliche Auslandsreise auf sich. 1796 starben im März Tochter Nanette und im September Ehemann Johann Caspar. Die Witwe zog in eine ihr zugewiesene Wohnung im Leonberger Schloss.

Zu Beginn des Jahres 1802 wurde die seit Jahren magenkranke Frau zusätzlich von einem Unterleibsleiden geplagt. Sie begab sich nach Cleversulzbach bei Heilbronn in die Pflege ihrer Tochter Louise, deren Mann Johan Gottlieb Franckh dort als Vikar amtierte. Am 29. April erlag Elisabeth Dorothea Schiller ihrer Krankheit. Sohn Friedrich, der zeitlebens ein inniges Verhältnis zu seiner Mutter gehabt und diese auch finanziell großzügig unterstützt hatte, erfuhr erst am 11. Mai brieflich von ihrem Tod. Einen Tag später schrieb er an Goethe: „Die Zeiten sind mir verbittert worden durch die Nachricht von dem schweren Krankenlager und Tod meiner Mutter in Schwaben.“

1834 kam der Dichter Eduard Mörike als Pfarrer nach Cleversulzbach. Wie er das Grab Elisabeth Dorothea Schillers dort vorfand, schilderte er in folgendem Gedicht:

„Nach der Seite des Dorfs, wo jener alternde Zaun dort
ländliche Gräber umschließt, wall ich in Einsamkeit oft.
Sieh den gesunkenen Hügel! Es kennen wenige Greise
kaum ihn noch und es ahnt niemand ein Heiligtum hier.
Jegliche Zierde fehlt und jedes deutende Zeichen;
dürftig breitet ein Baum schützende Arme umher.
Wilde Rose! Dich find ich allein statt anderer Blumen;
ja beschäme sie nur, brich als ein Wunder hervor!
Tausendblättrig eröffne dein Herz! Entzünde dich herrlich
am begeisternden Duft, den aus der Tiefe du ziehst!
Eines Unsterblichen Mutter liegt hier bestattet;
es richten Deutschlands Männer und Frauen eben den Marmor ihm auf."

Peter Steinle

Weiterführende Links

Friedrich-von-Schiller.de

Downloads

Elisabeth Dorothea Schiller, Text [RTF, 11 KB]

Elisabeth Dorothea Schiller, Bild in Druckqualität

[JPG, 212 KB]

Quelle: Graphische Sammlung der Württembergischen Landesbibliothek

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