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StartseiteGlaubenGedenktageGedenktage 2007Oetinger, Friedrich Christoph

10.02.2007, 225. Todestag

Friedrich Christoph Oetinger (1702 - 1782)

Christlicher Glaube ist denkender Glaube, davon war Christoph Oetinger überzeugt. Tatsächlich bestimmte das Ergründen und Abwägen von Für und Wider zeitlebens die Arbeit dieses wichtigen Vertreters des württembergischen Pietismus.

Friedrich Christoph Oetinger

Friedrich Christoph Oetinger kommt am 2. Mai 1702 als Sohn des Göppinger Amts- und Stadtschreibers Johann Christoph Oetinger und Rosina Dorothea Wölfing als drittes von zehn Geschwistern zur Welt. Schon vor seiner Geburt legte sein Vater das Gelübde ab, er solle Theologe werden.

Doch dieser Berufsweg ist für Oetinger nicht selbstverständlich. Lange ist er, den man als Kind noch das „einfältige Friederlein“ genannt hat, unentschlossen, ob er sich der Rechtswissenschaft, der Medizin oder der Theologie zuwenden solle.

Offenheit gegenüber allen geistigen Strömungen

Nach dem Studium und ausgiebigen Reisen heiratet Oetinger Christina Dorothea Linsenmann. Das Paar bekommt zehn Kinder, von denen sieben früh sterben. Er übernimmt Pfarrstellen in Hirsau, Schnaitheim und Walddorf. In Weinsberg und Herrenberg wird er Stadtpfarrer und Dekan. 1766 wird er von Herzog Karl Eugen zum Prälaten in Murrhardt berufen und ist in dieser Funktion zugleich Abt des Klosters Murrhardt sowie Mitglied des Württembergischen Landtags.

Oetinger, der stark von Leibniz, Bengel und Böhme geprägt ist, betreibt vielfältige Studien und veröffentlicht auch Abhandlungen zu naturwissenschaftlichen Themen. Er mischt sich ein und fordert eine interdisziplinäre Zusammenarbeit. In dem Werk „die güldene Zeit“ macht er Vorschläge, wie sich Gesellschaft, Politik und Wissenschaft auf das bevorstehende Reich Gottes vorbereiten können. Das Buch „Lehrtafel der Prinzessin Antonia“ ist eine Einführung in die kabbalistische Schöpfungslehre, in der Oetinger die jüdische Mystik der Kabbala in Bezug zur Bibel und zur Philosophie setzt. Mit dieser Offenheit für alle geistigen Strömungen schafft sich Oetinger nicht nur Freunde. Und so veranlasst seine Abhandlung über die Visionen Swedenborgs über das „Geisterreich“ und den Zwischenzustand nach dem Tod schließlich das Konsistorium der Landeskirche, ein Veröffentlichungsverbot auszusprechen – das er jedoch immer wieder zu umgehen wusste.

Als Oetinger am 17. Februar 1782 stirbt, hinterlässt er über 100 Schriften. Mit seinen Gedanken beeinflusste er viele Zeitgenossen wie Wieland, Herder, Hölderlin und sogar Mozart. Zurück bleibt vor allem Oetingers Überzeugung, dass Christen in Zeiten des Umbruchs nicht abseits stehen dürfen.

Sabine Keller

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Weiterführende Links

Wikipedia

Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon

Ökumenisches Heiligenlexikon

Downloads

Friedrich Christoph Oetinger, Text [RTF, 13 KB]

Friedrich Christoph Oetinger, Bild in Druckqualität [JPG, 1,30 MB],

Quelle: Graphische Sammlung der Württembergischen Landesbibliothek 

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