04.01.2007, 100. Geburtstag
Arnold Dannenmann (1907 - 1993)
Arnold Dannenmann wurde am 4. Januar 1907 in Faurndau bei Göppingen geboren. Nach dem Abitur studierte er englische und deutsche Philologie, Geschichte und Theologie in München, Marburg, Greifswald und Tübingen.

- Arnold Dannenmann
1931 wurde Dannenmann von der Württembergischen Landeskirche in Gültlingen, Kreis Herrenberg, ordiniert und leitete nun als Vikar die Jugendarbeit für die 14- bis 18-Jährigen im Gesamtverband des Christlichen Vereins Junger Männer (CVJM). Ab 1932 übernahm er dann die Leitung des ostdeutschen Evangelischen Jungmännerwerks und wurde zugleich Sprecher der gesamten Evangelischen Jugend Deutschlands. Als Standortpfarrer an der Alten Garnisonskirche in Berlin gründete er 1941 eine Geheimorganisation zur Hilfe für politisch Verfolgte des nationalsozialistischen Regimes. Durch seine Kontakte, die über den YMCA auch ins Ausland reichten, konnte Dannenmann vielen Juden und anderen Bedrohten Hilfe bieten.
Gründer des Christlichen Jugenddorfwerkes Deutschland
Nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches organisierte er die männliche Jugendarbeit der Jungen Gemeinde in der Sowjetzone neu. Zeitgleich war Dannenmann damit beschäftigt, ein Zeitschriftenwesen für die evangelische Jugendarbeit aufzubauen. Er schrieb, redigierte und wirkte als Herausgeber.
Ebenfalls zu dieser Zeit erregten die vielen durch den Krieg heimatlos gewordenen Kinder und Jugendlichen sein Mitleid und motivierten sein Bemühen, ihnen ein neues Zuhause zu schaffen. So gründete er 1947 das Christliche Jugenddorfwerk Deutschlands (CJD)- zunächst noch „Christliches Wohlfahrtswerk“ genannt. Die Gründungsversammlung setzte es sich zum Ziel, den „Jugendlichen unter Angleichung an die Lebenshaltung der natürlichen Familie in besonders erbauten Häusern unter Leitung erprobter CVJM-Sekretäre“ ein neues Heim zu geben. Sie sollten in einem ganzheitlichen Sinne christlich erzogen, an staatlichen Schulen unterrichtet werden und daneben eine jugendgemäße Freizeitgestaltung erfahren. Nach ihrer Schulzeit war eine handwerkliche Berufsausbildung vorgesehen. Zu diesem Zweck sollte das CJD in der Folge landwirtschaftliche und handwerkliche Betriebe erwerben oder pachten.
1951 übernahm Dannenmann den Vorsitz der Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelischer Jugendaufbaudienst, wenig später auch den der Bundesarbeitsgemeinschaft Jugendaufbauwerk, ein Zusammenschluss aller gemeinnützigen und freien Träger der Jugendsozialarbeit.
Nachdem Dannenmann in den folgenden Jahrzehnten sich intensiv um den Aufbau und die Entwicklung des CJD gekümmert hatte, trat er 1985 aus Altersgründen vom Präsidentenamt des CJD zurück. Bis zu seinem Tod 1993 blieb er engagierter Ehrenpräsident.
Heute unterstützt das CJD jährlich 150.000 sozial, körperlich oder geistig benachteiligte junge und erwachsene Menschen an über 150 Standorten in den Bereichen Berufliche Bildung und Ausbildung, Schule, Behindertenförderung, Jugendhilfe, Integrationshilfen, Rehabilitation sowie Fort- und Weiterbildung.
Stefan Wittig
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Quelle: Christliches Jugenddorfwerk Deutschland





