09.05.2007, 300. Todestag
Dietrich Buxtehude (vermutlich 1637 - 1707)
Dietrich Buxtehude, der größte norddeutsche Orgelmeister vor Bach, wird um 1637 im damals dänischen Oldesloe, vielleicht aber auch im heute schwedischen Helsingborg geboren.

- Dietrich Buxtehude (Hinweis: Auf diesem Ausschnitt aus dem Ölgemälde von Johannes Voorhout (Allegorie auf die Freundschaft, 1674) handelt es sich nur vermutlich um Dietrich Buxtehude)
Der musikalische Werdegang Buxtehudes liegt im Dunkeln. 1657 finden wir ihn als Organist in Helsingborg, 1660 an St. Marien in Helsingør, bis er schließlich 1668 Nachfolger des be-rühmten Lübecker Marienorganisten Franz Tunder wird. Er heiratet Anna Margareta Tunder, eine der Töchter seines Vorgängers, eine Voraussetzung, um die Stelle zu erhalten.
In Lübeck ist es im Gottesdienst damals noch nicht üblich, die Gemeinde beim Singen mit der Orgel zu begleiten. Dafür bieten sich dem Organisten reiche gottesdienstliche Aufgaben beim Vor- und Nachspiel, bei Choralvorspiel, alternatim-Musizieren und der Kommunion. Buxte-hudes kunstvolle Choralvorspiele führen zur Aufstellung von Tafeln, auf denen mit Kreide die Lieder notiert waren.
Lieder als persönliches Zeugnis des Glaubens
In Lübeck gibt es für die Kirchenmusik noch ein spezielles Forum: Die Lübecker Kaufleute treffen sich vor ihren Börsenversammlungen in der Marienkirche, und lassen sich die Wartezeit durch Orgelmusik verkürzen. Dies ist die Wurzel der legendären Lübecker Abendmusiken, die Tunder begründet hatte, die Buxtehude systematisch am Ende des Kirchenjahrs und im Advent ausbaut. Die Musik ist nicht mehr Zeitvertreib, Buxtehude gestaltet anspruchsvolle Programme mit Kantaten, Motetten und Orgelmusik. Um mehr Musiker unterzubringen, lässt er in St. Marien neue Seitenemporen errichten.
Buxtehudes Bedeutung als Komponist liegt zunächst in der Orgelmusik. Er vergrößert die überkommenen Formen wie Präludium und Fuge, Toccata, Ciaconna, Choralbearbeitung, gibt ihnen eine virtuose Gestalt und persönlichen Stil. Das gilt auch für seine Konzerte und seine Kammermusik. Buxtehude ist aber auch ein herausragender Vokalkomponist. Über hundert Kantaten bilden den größten Teil seines erhaltenen Werkes. In seine Liedbearbeitungen kommt ein persönlicher, subjektiver Ausdruck, den es bisher in der Musik nicht gab. Die Musik wird lyrisch, erlebnishaft und weist voraus auf’s romantische Lied. Buxtehude ist nicht allein Sprachrohr des Lobes Gottes, sondern gibt mit seinen Liedern und Arien ein persönli-ches Zeugnis des Glaubens, darin musikalisch dem Pietismus seiner Zeit wesensverwandt.
1703 sind Händel und Mattheson Buxtehudes Schüler, im Winter 1705/06 lernt der junge Bach bei ihm. Am 9. Mai 1707 stirbt Buxtehude in Lübeck und wird in der Marienkirche beigesetzt.
Bernhard Leube
Weiterführende Links
Internationale Diet(e)rich-Buxtehude-Gesellschaft
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