10. August 2006: 450. Geburtstag
Philipp Nicolai
Am 10. August vor 450 Jahren wurde Philipp Nicolai geboren. Mit seinem "Freudenspiegel" wollte er den Menschen in schweren Zeiten Trost spenden und den Blick für das ewige Leben öffnen. Diese Botschaft verkünden seine Lieder bis heute.
Philipp Nicolai ist uns heute vor allem durch seine Lieder: „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ (Evangelisches Gesangbuch 70) und „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ (EG 147) bekannt. Beide entstanden in einer unruhigen Zeit, in welcher die Pest wütete und die Glaubenskämpfe der Reformation Europa erschütterten.

- Philipp Nicolai
Nicolai studierte Theologie in Erfurt und Wittenberg und wurde zu einem glühenden Verteidiger der Lehren Martin Luthers, für welche er sich unermüdlich einsetzte. „Besser sich zu Tode in Gott gearbeitet, als sich zu Tode gesoffen“, schrieb Philipp Nicolai 1608 in einem Brief an seinen Bruder Jeremias.
Er wendete sich gegen die Lehren Calvins und verfasste zahlreiche Streitschriften gegen den Katholizismus. Als Gegner des Katholizismus geriet er immer wieder in Gefahr. So musste er seine erste Pfarrstelle in Herdecke verlassen und vor den katholischen spanischen Truppen fliehen. Er fand Unterschlupf in Köln und arbeitete einige Zeit als Pfarrer einer lutherischen Untergrundgemeinde, bis er durch den Einfluss der Gräfin Margaretha von Waldeck als Hofprediger nach Alt-Wildungen gerufen wurde.
Den Blick für das ewige Leben öffnen
Seine Doktorwürde erlangte er nach einigen Schwierigkeiten 1594 in Wittenberg. Zwei Jahre später führte ihn sein Weg als Pfarrer nach Unna. Dort brach erneut die Pest aus und Nicolai verfasste den „Freudenspiegel des ewigen Lebens“, in dessen Anhang sich die beiden erwähnten Lieder befinden. Mit seinem Freudenspiegel wollte er die Menschen in Zeiten der Pest und Todeserfahrung trösten und ihnen den Blick für das ewige Leben öffnen.
Nicolai überstand die Pest in Unna unbeschadet und heiratete am 8. Januar 1600 Katharina Dornberger, Witwe des promovierten Theologen Petrus Dornberger. Kurze Zeit später ließ er sich in Hamburg nieder, wo er 1601 einstimmig zum Hauptpastor von St. Katharinen gewählt wurde und bis zu seinem Tod blieb. Angebote für einen Lehrstuhl der Universitäten Rostock, Greifswald und Wittenberg lehnte er ab.
Leben und Werk Philipp Nicolais spiegeln wieder, wie sehr er „Majestät, Ruhm und Ehre“ des „Herrn und süßesten Heiland Christus“ in den Mittelpunkt seines Wirkens stellte. Noch immer beeindrucken seine Lieder die Menschen und weisen auf Gottes Ewigkeit:
„Wie bin ich doch so herzlich froh, / dass mein Schatz ist das A und O, / der Anfang und das Ende. / Er wird mich doch zu seinem Preis / aufnehmen in das Paradeis: / des klopf ich in die Hände.“ (EG 70, 5)
Annette Hahn
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Weiterführende Links
Heiligenlexikon
Wikipedia
Biographisch Bibliographisches Kirchenlexikon
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Quelle: Landeskirchliches Archiv Stuttgart





