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26.11.1881: 125. Todestag


Johann Ludwig Krapf

Abenteuerurlaub hatte er nicht nötig. Das Leben eines Afrika-Missionars im 19. Jahrhundert war dramatisch genug: Schiffbruch im Roten Meer, Malaria, Bedrohung durch wilde Tiere, das alles gehörte zum Alltag von Johann Ludwig Krapf.


Johann Ludwig Krapf

Krapf wurde im Jahr 1810 in Derendingen - damals noch kein Ortsteil Tübingens - geboren. Ab 1827 bereitete er sich am Basler Missionsseminar auf seine künftige Laufbahn vor. Doch dann begeisterte er sich für die Mystik und brach nach zwei Jahren sein Studium ab. Seine Eltern verpflichteten ihn dazu, wenigstens in Tübingen ein Theologiestudium abzuschließen. Im Vikariat in Wolfenhausen bei Rottenburg erregte er 1834 mit einer Endzeitpredigt Aufsehen. Krapf schied darauf freiwillig aus dem Kirchendienst aus. Da begegnete ihm der Basler Studienkollege Fjellstedt. Dieser gewann ihn wieder für den Missionarsberuf.

1837 wurde Krapf von der Basler Mission eingesegnet und in Kooperation mit der englischen Kirchlichen Missionsgesellschaft nach Äthiopien gesandt. Aus politischen Gründen kam die Arbeit nicht voran. Dennoch war sie nicht vergeblich gewesen: Die Basler Missionare hatten 8000 Bibelauszüge unter die Leute gebracht. Diese sollten zwanzig Jahre später der Auslöser für eine Erweckung unter äthiopischen Christen werden, die zur Gründung der Mekane Yesus-Kirche führte.
 
Bei seiner zweiten Rückkehr von einem erfolglosen Missionsversuch in Äthiopien heiratete Krapf 1842 in Alexandria die Baslerin Rosine Dietrich. Die erste Tochter des Ehepaars Krapf starb nach einer Frühgeburt im Mai 1843. Rosine Krapf war kein langes Leben an der Seite ihres Mannes beschieden. Sie starb nach der Geburt einer zweiten Tochter im Juli 1844 in Mombasa.

Öffentlich bekannt wurde Krapf durch die Ehrendoktorwürde, die ihm die Philosophi-sche Fakultät der Tübinger Universität im Dezember 1842 verlieh. Er hatte in Äthiopien etwa 80 Manuskripte erworben oder abschreiben lassen und sie an wissenschaftliche Einrichtungen in Deutschland und England geschickt.

Um die Oromostämme im Inneren Afrikas zu erreichen, segelte Krapf an der ostafri-kanischen Küste entlang nach Süden und arbeitete ab 1843 auf einer Missionsstati-on in Rabai bei Mombasa. Von dort aus erkundete er auf gefährlichen Reisen das Landesinnere. Dabei wurde er zum Entdecker des Mount Kenya und nach seinem Kollegen Johannes Rebmann aus Gerlingen zum zweiten Europäer, der den Kili-mandscharo sah.

Krapf kehrte 1850 bis1851 wieder nach Europa zurück, um weitere Mitarbeiter für Ostafrika zu werben, während Rebmann in Afrika blieb. In London und Berlin wurde der Pionier ehrenvoll empfangen. Er reiste dann nach Afrika zurück. In Rabai waren inzwischen die ersten Einheimischen Christen geworden. Krapf unternahm weitere Reisen nach Afrika, scheiterte aber mit seiner Absicht, die Mission dorthin auszu-dehnen. Doch das Komitee der Kirchlichen Missionsgesellschaft in London war trotz aller Misserfolge daran interessiert.

Bevor Krapf neue Mitarbeiter gewinnen konnte, fuhr er 1855 mit Johann Martin Flad nach Äthiopien. Die 1840 von dem Württemberger Spittler gegründete Pilgermission St. Chrischona wollte dort unter Christen arbeiten. Krapfs Gesundheit war von der Reise so angeschlagen, dass er nicht mehr nach Afrika zurückkehren konnte. Er ließ sich in Korntal bei Hahn’schen Freunden nieder und heiratete 1856 Charlotte Pelargus, im folgenden Jahr kam Krapfs dritte Tochter Johanna zur Welt.

Während seiner Arbeit in Äthiopien und Ostafrika hatte Krapf eifrig einheimische Sprachen erfasst und einzelne Bücher der Bibel übersetzt und gedruckt. Doch erst im Ruhestand in Korntal engagierte er sich intensiv für afrikanische Bibelüberset-zungen. Als Komiteemitglied der Pilgermission sammelte er in Württemberg Spen-den für Afrika. Als seine Frau Charlotte, die oft krank war, 1868 verstarb, heiratete er 1869 Nanette Schmid. Sie hatte nach dem Tod von Krapfs Frau dessen Tochter versorgt und den Haushalt geführt. Krapf starb vor 125 Jahren beim Abendgebet am 26. November 1881.

Dr. Jochen Eber

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Weiterführender Link

Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon

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Quelle: Dr. Jochen Eber


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