29. April 1380, 625. Todestag
Katharina von Siena (1347-1380)
Katharina von Siena wurde nur 33 Jahre alt. In ihrem kurzen Leben opferte sie sich für Arme und Kranke auf. Sie hatte eine enge Beziehung zu Jesus Christus und ist ein Vorbild für gelebte Nächstenliebe. Aufgrund der Schriften und fast 400 erhaltenen Briefen gilt sie seit 1970 als Kirchenlehrerin.

Katharina von Siena
Katharina Benincasa wurde am 25. März 1347 in Siena geboren. Sie kümmerte sich aufopfernd um die Gebrechlichen, Kranken und Armen ihrer Stadt. Trotz des Risikos angesteckt zu werden scheute sie sich nicht davor, die Lepra- und Pestkranken mit dem Notwendigsten zu versorgen und ihnen in ihrer schweren Krankheit beizustehen.
Ein Vorbild der Nächstenliebe
Um Bedürftigen und Kranken zu helfen, verschenkte Katharina von Siena großzügig Geld und Gegenstände aus dem Haus ihrer Eltern. Als sie einen armen und frierenden Mann auf der Straße traf, überließ sie ihm ihr Obergewand. Da es zu jener Zeit anstößig war ohne dieses auszugehen, sprachen die Menschen Katharina darauf an und wiesen sie zurecht. Sie antwortete darauf kurz und knapp, dass sie sich lieber ohne Mantel als ohne Liebe sehen lassen wolle.Katharina von Siena wuchs in einer wohlhabenden und kinderreichen Familie heran. Im Laufe Ihres Lebens musste sie mehrmals miterleben, wie ihre zum Teil jüngeren Schwestern starben. Mit sechs Jahren hatte sie ihre erste Christusvision, die sie so sehr prägte, dass sie sich bereits mit sieben Jahren dazu entschloss jungfräulich zu leben. Ihre Eltern wollten Katharina hingegen verheiratet sehen. Doch sie wehrte sich und schloss sich 1365 den Mantellaten, einem Ordenszweig der Dominikanerinnen an. Sie war den Menschen in ihrer Umgebung ein großes Vorbild im Glauben und der Nächstenliebe. Ihre aufopfernde und freimütige Art sprach sich schnell herum. Schon mit 21 Jahren bildete sich ein erster Kreis von Freundinnen und Freunden um sie, der sie begleitete.
Ein Begleiter aus damaliger Zeit erzählt von zahlreichen Krankenheilungen, die sie als "Gottes Werkzeug" vollbracht haben soll. So unter anderem die Heilung ihres Beichtvaters Raimund von Capua. Den Berichten zufolge, steckte sich Raimund bei der Versorgung von Kranken während einer Pestseuche in Siena an und erkrankte schwer. Mit letzter Kraft soll er sich zu Katharinas Haus geschleppt haben. Während sie für ihn gebetet habe, sei er gesund geworden und zu neuer Kraft gekommen. Danach habe Katharina ihn ermutigt, Gott für dieses Wunder zu danken und wieder an seine Arbeit, die Pflege der Armen, zurückzukehren.
Katharina verbrachte die meiste Zeit ihres Lebens mit Fasten oder sie ernährte sich nur spärlich von Brot und Wasser. Sie lernte lesen und reiste in verschiedene Städte um zu predigen. Als 1378 das Abendländische Schisma ausbrach, stellte sie sich auf die Seite von Papst Urban VI. Er bat sie, ihn von Rom aus zu unterstützen. Daraufhin zog sie mit ihrer Anhängerschar nach Rom, wo sie bis zu ihrem Tod blieb und sich für die Einheit der Kirche einsetzte. Ihre letzte Ruhestätte fand Katharina von Siena in der Dominikanerkirche Santa Maria sopra Minerva in Rom. Sie starb am 29. April 1380 im Alter von 33 Jahren und gilt in Italien seit dieser Zeit als die größte Frau der Kirchengeschichte.
Nach ihrem Tod wurde sie mehrfach hoch geehrt. Papst Pius II sprach Katharina im Jahr 1461 heilig. 1970 ernannte Papst Paul VI Katharina offiziell zur Kirchenlehrerin. 1999 wurde sie zur Mitpatronin Europas erhoben.
Benjamin Mackert
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Weiterführende Links
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