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10. Oktober 2005, 325. Geburtstag

Johann Friedrich Starck (1680 - 1756)

Hätte es den Begriff "Bestsellerautor" im frühen 18. Jahrhundert gegeben, er hätte ihn sicherlich verdient: Johann Friedrich Starck, lutherischer Pfarrer in Frankfurt am Main, schuf eines der weit verbreiteten deutschsprachigen Gebetsbücher der evangelischen Christen.

Johann Friedrich Starck

Sein 1728 erstmals veröffentlichtes "Tägliches Handbuch in guten und bösen Tagen" erschien in mehr als 60 Auflagen – die zahlreichen "Raubdrucke" nicht mitgerechnet. Mehr als 900 Lieder schrieb Starck im Laufe seiner Karriere als pietistischer Erbauungsschriftsteller.

Lutherischer Pfarrer und Erbauungsschriftsteller

Johann Friedrich Starck stammt aus einer Handwerkerfamilie. Geboren am 10. Oktober 1680 in Hildesheim als Sohn eines Frankfurter Bäckermeisters und einer Bäckerstochter, heiratete er 1717 die Kaufmannstochter Katharina Reuß. Fünf seiner sieben Kinder starben, nur zwei Söhne blieben dem Paar. Einer davon, M. Johann Jakob, verheiratet mit einer Tante von Goethe, trat in die Fußstapfen seines Vaters. Er wurde Prediger zu St. Katharinen in Frankfurt am Main und Biograph seines Vaters. Seinen 1768 dem Handbuch vorangestellten "Lebensbeschreibungen des seligen Verfassers" zufolge besuchte Johann Friedrich Starck zunächst das Gymnasium in Hildesheim, um sich danach in der pietistisch geprägten Universität Gießen einzuschreiben und dort seine theologische Ausbildung mit einer Dissertation abzuschließen. Es folgten Stationen als Hauslehrer und Prediger in Genf und Frankfurt am Main, Tätigkeiten im Armen- und Waisenhaus und im Hospital, 1723 schließlich der Pfarrdienst an der Barfüßerkirche, Frankfurts lutherischer Hauptkirche. Ab 1742 gestaltete Starck als Konsistorialrat die Politik seiner Kirche mit. Mit seiner Orientierung am lutherischen Pietismus, der die Traditionen des kirchlichen Luthertums mit dem Pietismus verknüpfte, verwahrte er sich gegen separatistische Bestrebungen – was ihm die harsche Kritik radikaler pietistischer Kreise eintrug.

Der großen Beliebtheit des "Starckenbuchs" tat das keinen Abbruch. Das mag an der nüchternen Frömmigkeit liegen, mit der sich das "Tägliche Handbuch in guten und bösen Tagen" um die alltäglichen Probleme der Menschen kümmert. Dem Rhythmus des Lebens entsprechend, orientieren sich die Gebete und Lieder am Tages- und Jahreslauf und an den "besonderen Gelegenheiten": Es gibt Abschnitte zum "Gebrauch der Betrübten und Kranken", zum "Gebrauch der Sterbenden und derer, welche um dieselben sind", außerdem Gebete für Schwangere, Gebärende und Wöchnerinnen. Ob Kindstod oder Missernte: Starcks biblische Betrachtungen, die so genannten "Aufmunterungen", seine selbst gedichteten Lieder und gereimten Predigten sollten Trost spenden und die "Gegenwart des Wortes" im Alltag der Menschen verankern. Biblisch-fundierte und praktische Lebenshilfen, das war es, was Starck den Benutzern seines "Handbuchs" mitgeben wollte. Ob sie ihm am Ende seines eigenen Lebens geholfen haben, ist nicht überliefert – Johann Friedrich Starck starb am 17. Juli 1756 im Alter von 75 Jahren in Frankfurt am Main.

M. von Plocki

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Weiterführende Links

Biographisch Bibliographisches Kirchenlexikon

Downloads für Gemeindebriefseiten

Johann Friedrich Starck, Text [RTF, 15 KB]

Johann Friedrich Starck, Bild in Druckqualität [JPG, 600 KB], Quelle: Landeskirchliches Archiv

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