16.Juli 2005 und 25.Februar 2005, 200. Geburtstag und 125.Todestag
Johann Christoph Blumhardt (1805 - 1880)
Der württembergische Theologe Johann Christoph Blumhardt wurde am 16. Juli 1805 in Stuttgart als Handwerkersohn geboren. Er wuchs bescheiden auf, war als Kind für sein Alter klein und zart.
Im Jahr 1820 begann Blumhardts theologische Ausbildung mit einem Freiplatz am Niederen Seminar der Klosterschule Schönthal/Jagst. Nach vier Jahren erhielt er ein herzogliches Stipendium für das Theologiestudium im Ev. Stift in Tübingen.
Blumhardt-Gedenkstätte und Blumhardt-Kirche in Möttlingen
Württembergischer Theologe und Seelsorger
In Tübingen entstand auch eine ihn prägende Freundschaft mit Eduard Mörike, der ihn sogar Jahrzehnte später besuchte. Nach dem theologischen Examen wurde Blumhardt 1829 Vikar in Dürrmenz-Mühlacker, folgte aber im nächsten Jahr dem Ruf seines Großonkels Christian Gottlieb Blumhardt an das Basler Missionshaus, wo er sieben Jahre lang unterrichtete.
In Basel lernte er auch seine spätere Frau Doris Köller kennen. Nach seiner Verlobung nahm er 1837 eine Stelle als Pfarrgehilfe in Iptingen bei Vaihingen/Enz an.
Seine erste ständige Pfarrstelle erhielt er am 31. Juli 1838 in Möttlingen bei Calw, wo sich der bisherige Pfarrer für Blumhardt als Nachfolger eingesetzt hatte. Im September desselben Jahres heiratete Blumhardt. Er widmete sich nun besonders dem Schulwesen und seiner Schriftstellerei. 1842 wurde er an das Krankenbett einer jungen Frau gerufen, worauf ein "Gebetskampf" mit als dämonisch bezeichneten Mächten folgte. Am Ende von Gottliebins Erkrankung griff die "Besessenheit" auf ihre Schwester Katharina über. Mit Katharinas Schrei "Jesus ist Sieger!" endeten die (zum Teil heute noch unerklärlichen) Erscheinungen; Katharina und Gottliebin waren befreit. Das führte in Möttlingen und Umgebung unmittelbar zu einer Buß- und Erweckungsbewegung. Blumhardt aber mahnte zur Nüchternheit und rückte das Handeln Gottes in den Mittelpunkt.
Er wurde von Kollegen angezeigt und schrieb 1844 in seinem Bericht an das Oberkonsistorium der Landeskirche über die "Krankheitsgeschichte der Gottliebin Dittus" von Blutungen, austretenden Gegenständen und von der wunderbaren Heilung der Frau. Ein Erlass des Konsistoriums verbot ihm, sich als Seelsorger in das Gebiet der Ärzte einzumischen. Er solle trösten und erbauen. Viele weitere Heilungen, auch über Entfernungen, durch Briefe und Fürbitte sind aber mehrfach bezeugt.
Blumhardt kaufte mit Unterstützung wohlhabender Freunde 1852 das Schwefelbad Bad Boll vom württembergischen Staat. Im Juli siedelte er dorthin über und gründete ein Zentrum für ganzheitliche Seelsorge, wo er Hausvater und Seelsorger der Hausgemeinde war. Viele Menschen fanden dort durch die Begegnung mit Gott Hoffnung und Hilfe. Sie wurden an Leib und Seele geheilt. Bis zu seinem Tode am 25. Februar 1880 führte Blumhardt seine fruchtbare Seelsorgearbeit fort.
J. Högerle
Broschüre des Vereins für württ. Kirchengeschichte über Johann Christoph Blumhardt:
Dieter Ising; Johann Christoph Blumhardt 1805-1880.
Pfarrer – Seelsorger – Theologe der Hoffnung.
(Kleine Schriften des Vereins für württ. Kirchengeschichte; 1.) Stuttgart: Chr. Scheufele 2005, 28 Seiten (ISBN 3-923107-30-7).
Diesen Text sowie Bildmaterial können Sie zur Verwendung in Gemeindebriefen, kirchlichen Broschüren oder Faltblättern unten auf dieser Seite herunterladen.
Wichtiger Hinweis:
Die Bildrechte werden Kirchengemeinden und sonstigen kirchlichen Einrichtungen freigegeben für die Verwendung in Kleinschriftum wie z.B. Gemeindebriefe, Broschüren, Faltblätter oder Ähnlichem. Von Privatpersonen und für die Veröffentlichung in eigenständigen Monographien ist die schriftliche Genehmigung der untenstehenden Quelle einzuholen.
Weiterführende Links
Blumhardt-Archiv der Württembergischen Landesbibliothek
Ev. Akademie Bad Boll: Blumhardt-Jahr 2005
Landeskirchliches Archiv (Aktuelles -> Zimelienschau)
Biographisch Bibliographisches Kirchenlexikon
Internetauftritt der Kirchengemeinde Möttlingen
Downloads
Johann Christoph Blumhardt, Text [RTF 17 KB]
Johann Christoph Blumhardt, Bild in Druckqualität [JPG 200 KB], Quelle: Landeskirchliches Archiv Stuttgart





