03. Juni 2005, 100. Todestag
Hudson Taylor (1832 -1905)
(James) Hudson Taylor, geboren am 21. Mai 1832 in Barnsley, Yorkshire, England, war der erste christliche Missionar, der in das innere Chinas vorgestoßen ist. Er wurde auch Pionier im verbotenen Land genannt.

Hudson Taylor
Seine Eltern erzogen ihren Erstgeborenen in strenger und dem Glauben besonders zugewandter Weise. Sie wollten ihn Gott aufgrund der biblischen Aufforderung aus 2.§plus§ 4. Mose "Heilige mir alle Erstgeburt" und "Die Erstgeburt ist mein" weihen. Nach der Schule ging Taylor bei einer Bank in die Lehre. In dieser Zeit traf ihn eine schwere Lebenskrise, die er aber überwinden konnte. Durch Zufall hörte er von Missionaren, die wie Chinesen unter Chinesen lebten. Hierzu fühlte er sich von Gott berufen. Sein Entschluss war gefasst.
Begründer der China Inland Mission
Er ging nun zunächst nach London, wo er eine medizinische Ausbildung erwarb, denn nur wenn er auch medizinische Hilfe leisten könne – so war er überzeugt – könne er auch die Gute Botschaft bringen. Bei einem Missgeschick in der Ausbildung verletzte er sich und wäre fast an einer Blutvergiftung gestorben. Nach Wochen langem Siechtum, an der damals tödlichen Infektion, genas er überraschend. Anschließend schrieb er an einen Freund:"Das Schönste ist die Ruhe, die das Einssein mit Christus bringt. Ich sorge mich um nichts mehr, seit mir das klar ist; denn er ist fähig, seinen Willen durchzuführen, und sein Wille ist der meinige. Es kommt nicht darauf an, wohin und in welche Umstände hinein er mich sendet, denn er muss mir doch in der leichtesten Lage seine Gnade schenken, und in der schwierigsten lasse ich mir an seiner Gnade genügen."
Den Chinesen ein Chinese
Er brach die Ausbildung ab und schiffte er sich mit einer Missionsorganisation nach China ein. Nach einer stürmischen Überfahrt erreichte er Shanghai. Dort war er mit der Arbeitsweise der Missionare nicht besonders glücklich und trennte sich von seiner Missionsgesellschaft und schloss sich einer anderen an. Er missachtete das Verbot für Ausländerinnen und Ausländer in das innere Chinas zu reisen und begann das Evangelium entlang der Kanäle zu predigen. 1858 heiratete er Marie Dyer, eine Waise, die in einer Schule in Ningpo arbeitete. Zwei Jahre später musste er aus gesundheitlichen Gründen nach England zurückkehren, gerade als sich das Reich der Mitte nun ganz den Ausländern öffnete. Was wie ein Rückschlag aussah, wurde zum Schlüssel zum Erfolg. Er konnte seine medizinische Ausbildung beenden und gründetet 1865 die "China Inland Mission". Im folgenden Jahr reiste er mit 32 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wieder nach China um die Arbeit vor Ort aufzunehmen.
Trotz vieler Rückschläge und gesundheitlichen Probleme ging es mit der Mission stetig vorwärts. Das Kind aus erster Ehe starb früh und seine Frau im Kindbett mit dem zweiten Kind. Seine zweite Frau starb 1904 an Krebs. 1895 hatte die Mission 641 Missionare und 462 chinesische Missionshelfer und –helferinnen. Im Boxeraufstand starben 56 Missionare und mehrere hundert chinesischer Christen. Dennoch konnte die Mission weiterhin Menschen für das Christentum gewinnen.
In einem Gespräch wurde Hudson Taylor gefragt, warum er sich wie ein Chinese kleide. Seine Antwort war einfach: Wenn ich westliche Kleidung trage beschäftigen sich die Menschen mehr mit meiner Kleidung, als dass die Botschaft hören. Das Ziel meiner Arbeit sind nicht westliche Menschen, sondern chinesische Christen.
1902 übergab Taylor die Arbeit der Mission, die mittlerweile die größte protestantischer Missionsgesellschaft mit über 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geworden war, in jüngere Hände und kehre nach Europa zurück.
Mit dreiundsiebzig Jahren ging Taylor noch einmal nach China und kam tief in das Landesinnere. Am 3. Juni 1905 starb James Hudson Taylor nach einem erfüllten Leben.
Dirk Grützmacher
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Weiterführende Links
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
Wikipedia
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Hudson Taylor, Bild in Druckqualität [JPG, 549 KB], Quelle: Landeskirchliches Archiv




