09. Mai 2005, 200. Todestag

Friedrich Schiller (1759 - 1805)

Friedrich Schiller, geboren am 10. November 1759 in Marbach am Neckar als Sohn eines herzoglich-württembergischen Offiziers, verbrachte lediglich die Kinder- und Jugendjahre in Württemberg und ist doch mit der schwäbischen Geistesgeschichte untrennbar verbunden.


Dabei dürfte Schiller selbst an die Jahre in Lorch, Ludwigsburg und Stuttgart nicht die besten Erinnerungen gehabt haben, vor allem an die in Stuttgart, seinem "Loch der Prüfung": Gerade 13 Jahre alt, trat der junge Schiller im Januar 1773 in die "militärische Pflanzschule" des Herzogs Karl Eugen auf der Solitude ein.


Der schwäbische Apoll

Es gab keine Schulferien, keinen Urlaub, dafür militärische Disziplin und Überwachung. Nach sieben Jahren war der junge Mann mit dem rötlichen Haar Regimentsmedikus. Noch zwei Jahre hielt er es unter der herzoglichen Kuratel aus, doch das Gegenleben hatte längst begonnen und brach sich am 13. Januar 1782 Bahn: Mit der Uraufführung der 1777 noch als Schüler begonnenen Dichtung "Die Räuber" am 13. Januar 1782 in Mannheim wurde Schiller auf einen Schlag berühmt – und dem Herzog, dem die offenkundige Rebellion seines Pflänzchens nicht verborgen bleiben konnte, noch mehr verhasst.
 
Er untersagte dem Dichter das "Komödienschreiben", Schiller floh aus Württemberg. Weitere Stationen seines jugendlichen Sturm und Drangs waren Mannheim, Frankfurt, Oggersheim, Bauerbach in Thüringen, ehe er 1785 bis 1787 in Leipzig und Dresden lebte. Von einem Fieber gepackt, das seine Gesundheit auf Dauer ruinieren sollte, arbeitete Schiller an "Don Carlos", "Maria Stuart" und "Kabale und Liebe": Die Verlogenheit der ehrlosen Adelsschicht und die Unterdrückung des Volkes blieb sein Lebensthema.
 
Danach wandte er sich ab 1788 in Jena lebend historischen Darstellungen und unter dem Einfluss Immanuel Kants der Philosophie zu. Während er mit Charlotte von Lengefeld, die er im Februar 1790 heiratete, sein privates Glück fand, blieb ihm der Weimarer Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe zunächst wenig zugeneigt. Schiller, bei aller Leidenschaft doch ein sittlich-ernster Asket, war dem erotisch-verspielten Goethe nach eigenen Worten "verhasst". Erst 1794 begann die Freundschaft zwischen Apoll und Dionysos in Weimar, die Schiller zur Dichtung zurückführte. Er maß sich mit Goethe im Balladenschreiben (1797), es entstanden Werke wie "Der Handschuh" und "Die Kraniche des Ibycus".
 
1799 siedelte die Familie Schiller nach Weimar über, im selben Jahr war der "Wallenstein" fertig geworden. Schiller und Goethe sahen sich fast täglich, die Gespräche beflügelten Schiller, der mit großen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte. Es entstanden die Dramen "Maria Stuart" (1800), "Die Jungfrau von Orleans" (1801), "Die Braut von Messina" (1803), "Wilhelm Tell". Mit diesem seinem letzten vollendeten Werk schließt sich der Kreis: Aus dem rebellischen Karl Moor, der die Rebellion gegen die vom Vater verkörperte Obrigkeit und das Streben nach Freiheit individuell in seinem Leben aufzulösen versucht, ist Wilhelm Tell geworden, der die Rebellion nach außen wendet und den Tyrannen tötet – Freiheit wird möglich. Friedrich Schiller starb am 9. Mai 1805 im Alter von 46 Jahren.
 
S. Höckele-Häfner
 
 
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Weiterführende Links
Schiller Nationalmuseum Marbach
 
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Friedrich Schiller, Text [RTF, 10 KB]
Friedrich Schiller, Bild in Druckqualität [JPG, 3 MB], Quelle: Württembergische Landesbibliothek

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