15. November 2005, 725. Todestag

Albertus Magnus (1193-1280)

Albertus Magnus galt zu seiner Zeit als einer der gebildetsten Männer. Seine Zeitgenossen gaben ihm daher den Ehrentitel "doctor universalis".


Kein Wunder, er war gelehrt wie kaum ein anderer in Medizin, Biologie, Chemie, Physik, Astronomie und Geografie – dieses Wissen erwarb er sich neben seinen theologischen Studien. Sein Wissen brachte ihn aber auch in Verruf. Mancher sah in ihm einen Alchemisten und Zauberer.
Albert wurde vermutlich 1193 als ältester Sohn eines Grafen im bayrischen Schwaben, in Lauingen an der Donau, geboren. Das reiche Elternhaus ermöglichte ihm ein Studium. Da es in Deutschland noch keine Universitäten gab und der Onkel in Padua wohnte, zog er zum Studium in den Süden. 1223 trat er dort in den erst vor wenigen Jahren gegründeten Dominikanerorden ein, der ihn bald nach Köln sandte. Dort beendete er sein Studium und bildete seine Mitbrüder zu Seelsorgern aus.


Universalgelehrter, Kirchenlehrer, Heiliger

1241 wurde Albert an die Pariser Universität berufen, dem theologischen Zentrum des Abendlandes. Thomas von Aquin war einer seiner Schüler. 1248 kehrte er zurück nach Köln und übernahm den Aufbau und die Leitung des Ordensstudiums der Dominikaner – später entstand daraus die Kölner Universität. Auch die Pläne zum Bau des Kölner Doms förderte er.
 
Albertus setzte sich vor allem mit Aristoteles auseinander, der zu einer Gefahr für das christliche Denken geworden war. Mit Hilfe arabischer Kommentare verfasste er umfangreiche Texterklärungen. Dadurch erschloss er seinen Zeitgenossen und den nachfolgenden Generationen das gesamte Werk des Griechen. Er versuchte zu zeigen, dass und wie philosophische Erkenntnis und theologische Wahrheit miteinander zu vereinbaren sind. Sein wichtigstes Werk ist die Summa theologiae, in der er sich kritisch mit philosophischen Gottesbeweisen beschäftigt. Trotz aller Anerkennung blieb er ein schlichter Ordensmann. Er betete: "O Herr, ich wollte, dass ich wäre ein Mensch nach deinem allerliebsten Willen."
 
Albertus Magnus besaß diplomatische Fähigkeiten. Die Kurie bat ihn daher immer wieder, in politischen und kirchlichen Streitigkeiten zu vermitteln. Er verteidigte die Bettelorden, die aus der Pariser Universität ausgeschlossen werden sollten. Von 1260 bis 1262 war er Bischof von Regensburg und ordnete dort die zerrütteten Verhältnisse des Bistums. 1263/64 warb er im Auftrag des Papstes mit Predigten für den siebten Kreuzzug. 1269 kehrte er nach Köln zurück. Hier starb Albertus Magnus 1280. Seine Reliquien ruhen in der Kölner St. Andreas-Kirche. Der "große" Albert wurde 1931 heilig gesprochen, gleichzeitig wurde ihm der Titel eines Kirchenlehrers verliehen.
 
S. Stürmer
 
 
Diesen Text sowie Bildmaterial können Sie zur Verwendung in Gemeindebriefen, kirchlichen Broschüren oder Faltblättern unten auf dieser Seite herunterladen.
 
Wichtiger Hinweis:
Die Bildrechte werden Kirchengemeinden und sonstigen kirchlichen Einrichtungen freigegeben für die Verwendung in Kleinschriftum wie z.B. Gemeindebriefe, Broschüren, Faltblätter oder Ähnlichem. Von Privatpersonen und für die Veröffentlichung in eigenständigen Monographien ist die schriftliche Genehmigung der untenstehenden Quelle einzuholen.

Weiterführende Links
Wikipedia
Heiligenlexikon
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
 
Downloads
Albertus Magnus, Text [RTF, 15 KB]
Albertus Magnus, Bild in Druckqualität [JPG, 280 KB], Quelle: Graphische Sammlung der Württembergischen Landesbibliothek

Kalenderblatt


Service


Lob und Tadel


Linktipps


Hilfe für Missbrauchsopfer


Zum Bildungsportal der Landeskirche