02.04.2010, 100. Todestag
Friedrich von Bodelschwingh (1831-1910)
Als Gründer von Bethel ist Friedrich von Bodelschwingh bekannt. Er griff die soziale Not seiner Zeit auf. „Nachdem uns Barmherzigkeit widerfahren ist, werden wir nicht müde.“ (2. Korinther 4, 1). Dieser Leitspruch steht auf seinem Grabstein. Der Gedanke, anderen zu helfen und sich für Schwächere einzusetzen, bestimmte sein Handeln.
Friedrich von Bodelschwingh (Quelle: epd Bildsevice)
Bodelschwingh wird als sechstes Kind des preußischen Ministers Ernst von Bodelschwingh und dessen Frau Charlotte geboren. Als Kind ist er ein Spielkamerad des preußischen Kronprinzen und späteren Kaisers Friedrich III. Nach dem Abitur macht er eine Ausbildung zum Landwirt. Als Verwalter eines Gutshofes in Pommern wird Bodelschwingh mit der Not der einfachen Landbevölkerung konfrontiert.
Diese Not bringt ihn auf die Idee, Bedürftigen helfen zu wollen. Nach dem Studium in Basel, Erlangen und Berlin wird er 1863 Pfarrer in der Evangelische Mission unter den Deutschen in Paris. Dort unterstützt er die Arbeiter. Er sammelt Spenden in Deutschland und baut davon eine Schule und eine Kirche. Als seine Frau erkrankt, kehren die Bodelschwinghs zurück nach Deutschland. 1869 sterben innerhalb von zwei Wochen die vier Kinder an Diphtherie. Das Paar bekommt später noch einmal vier Kinder.
Bethel, die Stadt der Barmherzigkeit
In Bielefeld übernimmt Bodelschwingh die Leitung der Evangelischen Heil- und Pflegeanstalt für Epileptische. Er nennt sie nach dem hebräischen Wort Bethel, zu Deutsch „Haus Gottes“. Durch viele Bauten entwickelt sich Bethel zur größten Einrichtung der Inneren Mission. Eine „Stadt der Barmherzigkeit“ entsteht.Bodelschwingh ist bemüht, den Kranken Heimat und Perspektive zu geben. Durch einfache Tätigkeiten soll ihr Leben sinnvoll gestalten werden. Die Philosophie von Bethel ist es, Kranken, Schwachen und Behinderten Vertrauen, Heimat, psychische und geistige Kraft zu schenken. Auch für sogenannte Vagabunden, heute Nichtsesshafte genannt, setzt sich Bodelschwingh ein. „Arbeit statt Almosen“ lautet sein Motto. Für ihre Mitarbeit erhalten die Entwurzelten Unterkunft und Mahlzeiten.
Sein Sohn Friedrich, der die Anstalten nach seinem Tod 1910 leitete, konnte die kranken Bewohner Bethels während der Nazidiktatur vor der Euthanasie schützen. Die von Bodelschwinghschen Anstalten verfügen heute über mehr als 100 Einrichtungen mit 5.800 Plätzen.
Juliane Baumgarten
Weiterführende Links
Wikipedia
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
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Friedrich von Bodelschwingh, Bild in Druckqualität [JPG, 996 KB] Quelle: epd Bildservice





