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Breite Zustimmung für europäische Leitlinien


Die Charta Oecumenica der der Konferenz Europäischer Kirchen und der Europäischen Bischofskonferenz


Die Landessynode hat im Oktober 2001 bei fünf Gegenstimmen und acht Enthaltungen die Charta Oecumenica der Konferenz Europäischer Kirchen und der Europäischen Bischofskonferenz zur Kenntnis genommen.


Die Landeskirche verpflichtet sich damit zur wachsenden Zusammenarbeit und zum Dialog mit den anderen Kirchen in Europa. Die Zusammenarbeit und die Gemeinschaft sei für die Landeskirche wichtig, betonte Oberkirchenrat Heiner Küenzlen auf der Tagung der 12. Landessynode im Oktober 2001. "Es ist in Europa und weltweit entscheidend, dass wir vom ökumenischen Leben der Kirchen nicht nur reden, sondern es auch leben und gestalten", so der theologische Dezernent.


Mehr darauf konzentrieren, was Kirchen eint


Die Charta sei kein dogmatisches Dokument, sondern eine gemeinsame Verpflichtung zur Zusammenarbeit der Kirchen, die dieser Charta zustimmen, erklärte der Vorsitzende des Ausschusses für Mission und Ökumene, Hartmut Ellinger. "Ihre Verbindlichkeit wird der Charta durch die Kirchen selbst gegeben." Man könne die Charta als Grundlage eines "Öku-Audits", eines Ökumene-Audits, einer Selbst- und Fremdüberprüfung de jeweiligen ökumenischen Verhaltens verstehen, verdeutlichte Ellinger. Nach diesen Leitlinien sollen sich die Kirchen bemühen, die bestehenden Spaltungen zu überwinden. "Dabei sollen sie sich mehr auf das konzentrieren, was sie eint, als auf das, was sie trennt", so Ellinger.

Die wichtigste Aufgabe der Kirchen in Europa sei die gemeinsame Verkündigung des Evangeliums. Weiter sollen die Kirchen aufeinander zugehen, gemeinsam handeln und miteinander beten. "Wenn die Kirchen einander so wahrgenommen haben und in gegenseitiger Achtung miteinander umgehen, dann können sie zusammen und miteinander einen zweiten Blick auf Europa und seine Herausforderungen und Probleme werfen, um vom gemeinsamen Glauben her hilfreiche Antworten zu geben", so Ellinger. Aufgabe der Kirchen sei es, sich für ein huma-nes und soziales Europa einzusetzen, "in dem die Menschenrechte und Grundwerte des Friedens, der Gerechtigkeit, der Freiheit, der Toleranz, der Partizipation und der Solidarität zur Geltung kommen." Die Kirchen hätten sich dafür einzusetzen, dass die Frage nach dem Wert des Lebens, dem Wert der Ehe und Familie, der vorrangige Einsatz für die Armen und die Bereitschaft zur Vergebung und Barmherzigkeit nicht verschwinden. Außerdem gehöre zur Verantwortung der europäischen Kirchen auch die Schöpfungsverantwortung. Sie verpflichte zu einem Lebensstil, "der gegen die Herrschaft von ökonomischen Zwängen und von Konsumzwängen auf verantwortbare und nachhaltige Lebensqualität Wert legt."

Ferner sei die Versöhnung der Völker und Kulturen in Europa Aufgabe der Kirchen. Die Charta Oecumenica fordere dazu auf, "die Gemeinschaft mit dem Judentum zu vertiefen, Beziehungen mit dem Islam zu pflegen und anderen Religionen und Weltanschauungen zu begegnen", so Ellinger. Die Charta empfehle "für das Gespräch mit allen Menschen guten Willens offen zu sein, gemeinsame Anliegen mit ihnen zu verfolgen und ihnen die den christlichen Glauben zu bezeugen." Küenzlen betonte die Bedeutung des Gesprächs mit dem Islam: "Wir haben islamische Gemeinden neben uns her leben lassen, und wir haben zu wenig mit ihnen gesprochen." Dabei gehe es nicht darum über den gemeinsamen Glauben zu reden, sondern über den einen Gott. "Natürlich bezeugen wir dabei unseren Glauben", versicherte Küenzlen.

Ellinger rief die Synodalen dazu auf, mit der Annahme der Charta das Gespräch darüber nicht zu beenden, sondern zu eröffnen. Er regte an, dass der Oberkirchenrat eine gemeindepädagogische Hilfe erarbeiten lassen solle, um die Gemeinden mit dem Text besser vertraut zu machen. Ferner schlug er vor, die Zustimmung der Kirchen in Baden-Württemberg in einer öffentlichen Unterzeichung sichtbar zu machen. Der Oberkirchenrat solle außerdem darauf hinwirken, dass die theologische Kommission der ACK Baden-Württemberg die ökumenische Arbeit der Mitgliedskirchen überprüft, ob sie der Charta entspricht. Nach Ellingers Vorstellung könnte die Charta Thema für die geplante gemeinsame Synodaltagung der Partnerkirchen Slowakei, Thüringen und Württemberg an. Außerdem könnte der Oberkirchenrat besonders die Gemeinden und Bezirke, die Partnerschaften zu Ge-meinden in Europa und Übersee haben ermutigen, ihre Beziehungen nach diesen Maßstäben zu überprüfen.


Mehr zum Thema

Die Landessynode

Weiterführende Links

Die Charta Oecumenica im Wortlaut auf den Seiten der KEK


(Wieder)Eintritt in die Kirche
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