Hobby, soziales Netzwerk, Freundeskreis und ein Stück Heimat
Tausende Menschen singen in Württemberg regelmäßig in einem evangelischen Chor
Die Stimme macht jede Person zum Instrument, im Singen strömt Inneres nach außen, Äußeres strömt nach innen. Diese Doppelrichtung kommt bei Luther klassisch zum Ausdruck: im Singen erklingen die Worte so, dass die Musik „ihrem lieben Schöpfer und seinen Christen diene, so dass er gelobt und geehrt, wir aber, durch sein heiliges Wort, mit süßem Gesang ins Herz getrieben, gebessert und gestärkt werden im Glauben.“ (Begräbnislieder-Vorrede 1542)
Singen ist eine elementare Lebensäußerung der Kirche, ständig offen für die musikalische Ausdrucksvielfalt unserer Zeit, aber gleichzeitig auch Reservoir ihrer kulturellen Identität. Die christliche Kirche ist in aller Offenheit für Neues immer auch öffentlich identifizierbar mit einem gewissen Repertoire von Liedern. Etwa 44.500 Menschen treffen sich regelmäßig in einem der rund 1.700 Chöre der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, um gemeinsam zu singen.
Die jüngsten Teilnehmer sind im Kindergartenalter und machen in einem der 383 Kinderchöre mit. Aber auch in allen anderen Altersstufen wird gesungen, oft bis ins hohe Alter. Begleitet, geschult und trainiert werden die Sänger von den über 2.000 Chorleiterinnen und Chorleitern – viele von ihnen machen dies nebenberuflich und ehrenamtlich.
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