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"Da lacht des Försters Herz"


Mit Christoph Zink durch Wald und Wiese

Um es gleich vorneweg zu sagen: Der erste forstliche Betriebsleiter in der Zentrale der Evangelischen Pfarrgutsverwaltung, Christoph Zink, hat keinen Hund. Obwohl er gerne einen hätte.

Hat – oder besser – muss ein Förster nicht sogar von Berufswegen einen Hund haben? „Am liebsten einen Jagdhund, eine Bracke vielleicht“, gerät Zink kurz ins Schwärmen und lässt den Blick über tausende Hektar Wald schweifen. So ein Ausflug in den Landeskirchlichen Forst kommt bei Christoph Zink von Berufswegen aber gar nicht so oft vor, wie man das von einem Förster denkt. Meist sitzt er an seinem Schreibtisch im Oberkirchenrat; und einem Hund, hat er eingesehen, würde das auf Dauer wohl gar nicht gefallen.


Landeskirchlicher Förster: Christoph Zink

„Mein Hauptarbeitsplatz ist das Büro. Zur Hälfte meiner Arbeitszeit bin ich mit der Bewirtschaftung, Koordination, Verwaltung und Steuerung des Forstbetriebs beschäftigt. In der restlichen Zeit erledige ich anderweitige Aufgaben in der Pfarrgutsverwaltung“, nickt Zink und lässt ahnen, dass dies nicht viel mit einer Waldromantik a la „Forsthaus Falkenau“ zu tun hat. Ein „Förster Rombach“ ist Christoph Zink in der Tat nicht: kein grüner Janker, kein Gamsbarthut, keine Kniebundhose, kein Jeep, kein Hund. Zink fährt in seinem alten roten Golf vor und sorgt vom Büro aus dafür, dass der Forstbetrieb Gewinn abwirft. „Unsere Haupteinnahmequelle ist der Holzverkauf“, sagt er. Zink ist der erste landeskirchliche Förster in der Zentrale der Pfarrgutsverwaltung, seine Vorgänger waren alle Verwaltungsfachleute.

Rund 2.700 Hektar Wald, darunter Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiete, nennt die Evangelische Landeskirche Württemberg ihr Eigen. Im Vergleich zum Staatlichen Forst klein. „Aber im Vergleich zu anderen nichtstaatlichen Waldbesitzern sind wir ganz gut dabei “, sagt Zink, der seit einem Jahr die Aufsicht über den Forst, zwei kirchliche Revierförster und sieben Waldarbeiter hat. Die Waldflächen liegen verstreut: Rund tausend Hektar im Spessart bei Aschaffenburg, 1.300 Hektar in Michelbach bei Schwäbisch Hall und 400 Hektar Kleinwaldbereich, als Splitterbesitz zwischen Ravensburg und Tauberbischofsheim sowie Freudenstadt und Crailsheim gelegen. Etwa 16.000 Festmeter Holz werden jährlich im Rahmen einer nachhaltigen Pflege für den Verkauf geschlagen. Nach den Stürmen „Lothar“ und „Wiebke“ gehe es im Holzgeschäft wieder aufwärts. „Nur der Borkenkäfer macht uns natürlich noch zu schaffen“, ansonsten ist Zink mit dem Ertrag durchaus zufrieden. Auch in Sachen Mode ist er auf dem Laufenden. Schöner-Wohnen-Trends erreichen Zink als einen der Ersten: „Ahorn und Buche, auch Erle, jahrelang beliebt, ist inzwischen etwas out, momentan wird Eiche und Fichte im Bauholzbereich von unseren Abnehmern ganz stark nachgefragt.“

Den Landeskirchlichen Wald führt Zink mit seinen Revierförstern nach den Kriterien der europäischen PEFC-Zertifizierung, einer freiwilligen Selbstverpflichtung, den Wald naturnah zu bewirtschaften. Zielsetzung ist ein multifunktionaler Wald, der die Nutzfunktion von Holzwirtschaft, die Schutzfunktion als Lebensraum für Tiere und die Reinhaltung der Luft sowie Bodenschutz als Erholungsfunktion erfüllt.

„Wald ist ein ästhetisch schönes Bild“, gerät Christoph Zink ins Schwärmen. Für ihn stand schon als junger Grundschüler fest, dass er mal Förster wird. „Wir haben in der Familie einen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb.“ Heute, als Assessor des Forstdienstes – so der offizielle Titel – ist er davon überzeugt, „in der schönsten Fabrik der Welt“ zu arbeiten: „Wenn man durch den Wald geht und einen starken, schönen Stamm sieht, da lacht des Försters Herz“, sagt Zink, der in seiner Aufgabe auch eine besondere Verantwortung in der Bewahrung der Schöpfung sieht.

Auch die Regulierung des Wildbestands gehört zu dieser Aufgabe. „Wald und Wild gehören zusammen“, sagt Zink. Rehe und Wildschweine kommen vor die Büchse, im Spessart auch mal ein Hirsch. Das Wild aus dem kirchlichen Forst wird gerne von der hiesigen Gastronomie abgenommen. „Wildfleisch ist ein hochwertiges Produkt und eine weitere Einnahmequelle“, sagt Zink. Bei der Jagd ist Zink, selbst auch Jäger, mit seinen Revierförstern unterwegs – mit dabei sind auch deren Hunde. Dann ist das doch fast so wie im „Forsthaus Falkenau“.


Susanne Siebel

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