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"Wenn wir draußen nicht im Gespräch sind, sind wir draußen"


Interview mit der Synodalpräsidentin

Zum ersten Mal in der Kirchengeschichte kommen Delegierte der Synoden der evangelischen Kirchen in Europa zu einer Begegnungstagung zusammen. Der Austausch vom 20. bis zum 22. Januar zwischen den Synoden soll die Zusammenarbeit der Kirchen auf europäischer Ebene stärken. Inhaltlich greift die Tagung das Thema "Frei für die Zukunft" der Vollversammlung der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) auf. Im Interview berichtet die württembergische Synodalpräsidentin Dr. Christel Hausding über die Hintergründe dieser Tagung.  


Dr. Christel Hausding, Präsidentin der Württembergischen Evangelischen Landessynode. [Foto | privat]

elk-wue: Was sind Anlass und Grund der Begegnungstagung?
Hausding:
Die württembergische Landessynode hatte sich bei ihrer Frühjahrstagung 2009, kurz vor der Wahl zum Europäischen Parlament, mit der Zusammenarbeit der Evangelischen Kirchen in Europa befasst. Während dieser Tagung entstand die Idee, einmal ein Treffen von Synodalen aus den evangelischen Kirchen Europas zu initiieren. Damit hat die Synode auch den Impuls der Vollversammlung der GEKE in Budapest 2006 aufgegriffen, den Austausch und die gegenseitige Beratung zwischen den Kirchen zu intensivieren. Veranstalter dieser Begegnungstagung ist die GEKE in Zusammenarbeit mit der Württembergischen Landeskirche und der Evangelischen Akademie Bad Boll.

elk-wue: Vor welchen Herausforderungen stehen die Kirchen in Europa heute?
Hausding:
Der Einfluss der Kirchen in Staat und Gesellschaft geht zurück. Als Christen sind wir aber davon überzeugt, dass die Kirchen sowohl für die Sinnfindung und Lebensgestaltung des Einzelnen als auch für das Zusammenleben in der Gesellschaft und zwischen den Völkern einen wesentlichen Beitrag leisten können. Nach der europäischen Verfassung gründet sich die EU dezidiert auf Werte, die sich mit christlichen Vorstellungen decken: Achtung der Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Verantwortung der Stärkeren für die Schwachen. Die Frage ist nun, wie wir die evangelische Stimme in Europa deutlicher vernehmbar machen und trotz der unterschiedlichen Rahmenbedingungen, in denen die Kirchen in den einzelnen Ländern existieren, eine evangelische Identität herausbilden können. Es geht um ein gemeinsames Christuszeugnis und das Zusammenwirken in gemeinsamer Verantwortung.

elk-wue: Welche Hoffnung verbinden Sie mit dieser Tagung, wie soll es danach weiter gehen?
Hausding:
Das nächste Etappenziel ist die Vollversammlung der GEKE im Herbst 2012 in Florenz. Dafür sollen jetzt Themen formuliert und Arbeitsfelder abgesteckt werden. Meine Hoffnung ist, dass bei dieser Begegnung wie auch der folgenden Tagung im Herbst Formen intensiverer Zusammenarbeit entwickelt werden, die einen besseren Informationsaustausch und engere Absprachen im Hinblick auf ein gemeinsames Handeln der Kirchen ermöglichen, und dies nach Möglichkeit ohne neue Gremien zu installieren.

elk-wue: Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Stephan Braun.


(Wieder)Eintritt in die Kirche
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