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Sebastian Berghaus


Sebastian Berghaus erster Württemberger im Bundesvorstand

Der württembergische Landespolizeipfarrer Sebastian Berghaus ist in den Bundesvorstand der Konferenz Evangelischer Polizeipfarrerinnen und Polizeipfarrer gewählt worden.


Sebastian Berghaus

elk-wue.de: Was tut ein Polizeiseelsorger?
Berghaus: Als Polizeiseelsorger begleiten meine Kollegin Eva-Maria Agster und ich Einsätze der Polizei, Streifenfahrten, Einsätze von Sonderkommissionen, Verkehrsüberwachungen. Außerdem erteilen wir berufsethischen Unterricht an den Polizeischulen, an der Hochschule und der Akademie der Polizei. Wir bereiten junge Polizisten auf ihre Vereidigung vor, wir reflektieren den ersten Dienst auf der Straße mit ihnen. Überbringen von Todesnachrichten, Umgang mit Randgruppen unserer Gesellschaft, interkulturelle Kompetenz, Umgang mit Schuld und Schuldgefühlen, die Frage nach dem „Warum“ und nach dem, was

den Menschen angesichts beruflicher und persönlicher Belastungen gesund hält, das sind unter anderem  unsere Themen in der Aus- und Fortbildung der Polizei. Wir gestalten jedes Jahr am Totensonntag einen Gottesdienst für im Dienst getötete Polizistinnen und Polizisten. Mitarbeiter der Polizei und ihre Angehörigen wenden sich an uns und suchen den Schutzraum der Polizeiseelsorge, wenn ihnen Schreckliches widerfährt, auch wenn es untereinander Probleme gibt.

elk-wue.de: Wie sehen Sie die Ziele Ihrer Arbeit?
Berghaus: Ich möchte Menschen in der Polizei dabei helfen, die harten Arbeitsbedingungen zu verkraften und einen Beitrag zur psychischen und ethischen Stabilität der Einzelnen leisten. Ich möchte die Polizisten in kritischer Solidarität begleiten. Das geschieht in enger Zusammenarbeit mit den polizeilichen Beratungsangeboten, wie Konfliktberater, Polizeipsychologen und Polizeiärzten. Dabei will ich erkennbar evangelisch sein: Ich bin nicht Mitglied der Polizei, gehöre nicht der Hierarchie der Polizei an und unterliege auch nicht dem Strafverfolgungszwang. Gerade auch durch das Beichtgeheimnis bis hin zum Aussageverweigerungsrecht vor Gericht ist Polizeiseelsorge ein ganz besonderer Schutzraum in der Polizei, der jedem und jeder unabhängig von Religionszugehörigkeit oder Weltanschauung offen steht. Darüber hinaus möchte ich Polizisten, die oft an den Grenzen des Lebens und an ihren eignen Grenzen arbeiten, unterstützten, indem ich wahrnehme und würdige, was sie tun. Bei der Verwirklichung dieser Ziele vor Ort werden wir unterstützt vom Beirat für die kirchliche Arbeit der Polizei der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Dieser setzt sich zusammen aus Frauen und Männern aus der Polizei, die dort unterschiedliche Funktionen und Dienstränge haben, sowie zwei nebenamtlichen Kontaktpfarrern zur Polizei.


(Wieder)Eintritt in die Kirche
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