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"Ich glaub schon"


Interview mit Jürgen Kaiser, Geschäftsführer der Evangelischen Medienhaus GmbH

Jürgen Kaiser steht anlässlich der im Oktober 2011 startenden Kommunikationskampagne „Ich glaub schon“ Jens Schmitt Rede und Antwort.


Jürgen Kaiser, Geschäftsführer der Evangelischen Medienhaus GmbH [Foto: EMH]

elk-wue: Herr Kaiser, das Evangelische Medienhaus ist für die Realisierung der Kampagne verantwortlich. Worum geht es darin?
Kaiser:
In den kommenden Jahren hat die evangelische Kirche einen vollen Terminkalender. Die EKD hat dieses Jahr ihre Kampagne „Kurse zum Glauben“ gestartet, welche vor allem im Süden aufgrund unserer intakten Gemeindestruktur Anklang finden wird. Nächstes Jahr steht dann bundesweit „Das Jahr der Kirchenmusik“ und auf Landesebene „Das Jahr des Gottesdienstes“ an. Topveranstaltungen wie der Kirchentag in Stuttgart 2015 oder das 500-jährige Jubiläum der lutherschen Reformation 2017 sind noch zwei weitere Beispiele. All diese Aktionen haben eigene Kampagnen, eigene Logos, eigene Werbung und auch die einzelnen Kirchengemeinden werden ihren Teil dazu beitragen. Wir erhielten daher den Auftrag, eine Kampagne zu erstellen, welche die kommenden Aktionen der EKD und unserer Landeskirche vereint.


elk-wue:
Was ist Ziel dieser Kampagne?

Kaiser:
Sie will dafür sorgen, dass die einzelnen Aktionen einen möglichst großen Wiedererkennungswert haben. Die Öffentlichkeitsarbeit muss so ausgerichtet werden, dass diese vielfältigen Aktionen als Teil eines großen Ganzen zu begreifen sind. Es muss für die Menschen klar sein, dass hinter all diesen Veranstaltungen ein gemeinsamer Absender steckt: Die Evangelische Landeskirche in Württemberg.


elk-wue:
Und davon profitieren neben den Menschen…

Kaiser:
…auch die Gemeinden, richtig! Die großen Veranstalter, sei es die EKD oder der Oberkirchenrat, planen Kampagnen, um die Mitglieder zu bestärken und zu aktivieren. Sie denken flächendeckend, universal und für große Plakatflächen geeignet - sollte man sich das leisten können. Die kleinen Gemeinden haben ihre eigenen Ideen dazu. Was ihnen fehlt, sind pfiffige Plakate, Layoutvorlagen und preiswerte Werbeartikel. „Ich glaub’ schon“ bietet nun die Chance, diese eigenen Ideen in die schon vorhandene Kampagne einzuflechten und sie somit in einen passenden Kontext zu stellen. „Ich glaub schon“ ist wie eine Wäscheleine, an der man alles, was bis 2017 auf dem Programm steht aufhängen kann. Die Gemeinden können damit kostengünstig für ihre eigenen Veranstaltungen werben.

elk-wue: Was hat es denn mit dem Slogan „Ich glaub’ schon“ auf sich?
Kaiser: „Ich glaub schon“ ist im Schwäbischen doppeldeutig. Darum haben wir für unsere Kirche im Süden Deutschlands diesen Claim gewählt. Es ist eine Zustimmung zu einer Aussage, die offen lässt, ob es nicht vielleicht doch ein klein bisschen anders ist. Das ist schwäbische Dialektik. Wer so antwortet, spricht zugleich eine Einladung aus: „Lass uns gemeinsam weiter darüber sprechen, was an der Sache noch dran ist. Vielleicht finden wir gemeinsam eine noch bessere Antwort. Die können wir dann ja auch gemeinsam wieder in Frage stellen.“ Die Suche hört also nie auf. „Ich glaub schon“ ist aber auch eine Aussage an sich. Wo ein anderer noch zweifelt, bin ich mir meiner Sache bereits gewiss. Das soll aber nicht heißen, dass ich besser bin als der andere. Es heißt nur, dass ich bereits einen Standpunkt habe – mit dem kann sich der Suchende auseinandersetzen und ich lade herzlich dazu ein. „Ich glaub schon“ ist also eine Einladung zu einer ständigen Kommunikation - und genau die wollen wir mit der Kampagne ja erreichen.

elk-wue:
Die Kampagne ist über vielerlei Wege zu verfolgen. Zwei verschiedene Internetadressen wurden eingerichtet, ein eigener Blog und ein Newsletter sind in Planung. Auf den sozialen Netzwerken Facebook und MeinVz werden extra Gruppen erstellt. Sogar Smartphone-Apps wurden eigens für die Aktion kreiert.

Kaiser:
Wir wollen die Menschen erreichen und zeitgleich uns ermöglichen, Rückmeldungen zu erhalten. Die Gemeinden können sich so online mit eigenen Aktivitäten anschließen und sind stets informiert was gerade Stand der Dinge ist. Nicht umsonst ist es eine „Kommunikationskampagne“.


elk-wue:
Und das funktioniert?

Kaiser:
Ich glaub’ schon!

elk-wue:
Danke für das Gespräch!

Das Gespräch führte Jens Schmitt

 

 


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