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Sportliche „Kirchgänger“

Beim zweiten Stuttgarter Firmenlauf am 23. September 2009 treten auch die „Kirchgänger“ wieder an. Die „Kirchgänger“, das ist eine Gruppe mit mehr als 90 Läuferinnen und Läufer, die für die evangelische Kirche an den Start gehen. Zu erkennen sind sie an den lilafarbenen T-Shirts mit der Aufschrift „Kirchgänger“.


Teilnehmerin Petra Eberle-Dittus

Gut gelaunt und hoch motiviert wirkt Hermann Beck an diesem Vormittag. Der Kirchenpfleger der Evangelischen Kirche in Stuttgart organisiert bereits zum zweiten Mal die Teilnahme einer kirchlichen Gruppe am Stuttgarter Firmenlauf. Und er hat Grund zur guten Laune. Denn die „Kirchgänger“ treten nicht - wie im vergangenen Jahr - mit neun Läufern an, sondern mit 93. Damit gehören die „Kirchgänger“ zu den fünf größten Startergruppen.


Eine Idee zieht Kreise

Stolz präsentiert Hermann Beck sein T-Shirt

Die Idee zur Teilnahme kam dem Hobbyläufer Hermann Beck, als er 2008 beim Halbmarathon in Stuttgart teilnahm. Als er die Startunterlagen abholte, entdeckte er die Prospekte für den Firmenlauf. Die Idee, als größeres Team zu starten, gefiel ihm. Kurz entschlossen sprach er einige Kollegen und kirchliche Mitarbeiter an. Neun Personen waren damals von der Idee begeistert und liefen mit. Dabei waren sie recht erfolgreich: „Das Frauenteam hat Platz sieben von 146 erreicht“, berichtet Beck. Der schnellste Läufer der Kirchgänger war der Stiftskirchenpfarrer Matthias Vosseler mit 28 Minuten. Schnellste weibliche Kirchgängerin war Elke Hildebrand, die nach 31 Minuten ins Ziel kam. Beide kirchlichen Spitzenläufer sind in diesem Jahr auch wieder dabei.

Hermann Beck betont: „Es geht nicht um die Zeit. Die Letzten sind erst nach 1,5 Stunden ins Ziel gekommen. Das schafft man dann im guten Walking-Schritt.“ Das olympische Motto „dabei sein ist alles“, sei das Entscheidende.

„Nach dem Lauf habe ich viele Anrufe bekommen von Leuten, die im nächsten Jahr auch gerne mitmachen wollten“, erzählt Beck. So hat sich die Aktion beinahe zum Selbstläufer entwickelt. Etwas Werbung hat Hermann Beck dann doch gemacht und Menschen angesprochen.


Buntes Teilnehmerfeld

Auch Hermann Beck und Thilo Mrutzek beteiligen sich am Lauf

Das Teilnehmerfeld der Kirchgänger ist in diesem Jahr bunt durchmischt. „Der Älteste ist 70 Jahre alt. Die jüngste Läuferin zählt gerade einmal 24 Jahre“, so Beck. Neben sieben Pfarrern, die für die Kirchgänger starten, sind auch Erzieherinnen, Kirchengemeinderäte, Verwaltungsangestellte, Diakone und Fachleute aus Beratungsstellen vertreten. „Aber alle sind Stuttgarter oder arbeiten in Stuttgart und haben in irgendeiner Weise einen Bezug zur Kirche.“

Die lilafarbenen T-Shirts als gemeinsames Outfit sollen trotz der Unterschiede im Team Gemeinsamkeit stiften. Denn die Zusammengehörigkeit, die mit dem Laufen aufkommt, sieht Beck als entscheidenden Faktor. „Man kann beim gemeinsamen Laufen viele Assoziationen spinnen: auf dem Weg sein; gemeinsam ein Stück Weg gehen. Das steckt dahinter. Das ist mir wichtig.“ Mit der Teilnahme am Firmenlauf will der Kirchenpfleger aber auch zeigen, dass die Kirche in der Stadt präsent ist.


Fanclub als Unterstützung

Vier der Kirchgänger glücklich vereint

Die Teilnahme am Firmenlauf im vergangenen Jahr hatte kurz darauf schon Folgen: Einige der Teilnehmer von damals treffen sich seitdem nach Feierabend zum gemeinsamen Laufen. Mit dabei sind Petra Eberle-Dittus und Thilo Mrutzek. Feste Tage zum Trainieren gebe es nicht, aber man verständige sich einfach unter den Kollegen. „Und das klappt dann auch“, sagt Petra Eberle-Dittus.

Die 93 Kirchgänger sind beim Firmenlauf nicht die einzigen, die lila T-Shirts tragen. Sie bringen einen Fanclub mit, Freunde, Familienangehörige, Kollegen. Ihnen kommt eine wichtige Aufgabe zu: „Wenn die Fans vom Straßenrand her anfeuern, hilft das einem als Läufer sehr. Das gibt neue Motivation“, weiß Hermann Beck aus Erfahrung. Er will die Teilnahme am Firmenlauf zur Tradition werden lassen und nächstes Jahr wieder starten. Im Mittelpunkt soll dabei der Spaß an der Sache sehen. „Es geht nicht darum, kaputt im Ziel anzukommen, sondern darum, das Ziel gesund und fröhlich zu erreichen“, resümiert Beck und freut sich auf den Lauf am 23. September 2009.

Juliane Baumgarten


(Wieder)Eintritt in die Kirche
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