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„Das macht einfach nur Spaß“


Kinder sind Feuer und Flamme bei Dreharbeiten

Am 7. Juni 2008 wurde die 50. Folge der Kindersendung "Hallo Benjamin" ausgestrahlt. Jonas, Lukas, Johanna und Laura haben Spaß daran, in der Sendung als Gäste dabei zu sein.

Beim Kinder-Casting für „Hallo Benjamin“ in Rommelshausen  war Jonas Mergenthaler gleich Feuer und Flamme: „Da hab ich gedacht: Ja! Das will ich machen“, sagt der 10-Jährige im Rückblick. Jonas ist eines von mittlerweile 50 Kindern, die bei der Sendung mit der Kirchenmaus Benjamin die Welt entdecken. Drei Kinder und eine erwachsene Moderatorin nähern sich in jeder Folge spielerisch einem Thema. Europa, Ostern, Vorbilder, gesundes Essen, Geld, Familie und viele andere Bereiche des Lebens waren schon Dreh- und Angelpunkt einzelner Sendungen.


Jonas, Lukas, Johanna und Laura (sitzend) sind gerne in der Sendung als Gäste dabei.


Gedreht wird im evangelischen Gemeindehaus in Rommelshausen. Innerhalb eines Freitagnachmittages verwandelt sich der große Saal in ein Fernsehstudio, der Nebenraum ist für die Technik reserviert. Producerin Beate Dreinhöfer kümmert sich dabei auch um die Dekoration des Studios. In ihrem Büro in Stuttgart stapeln sich die unterschiedlichsten Bastelmaterialien, in Rommelshausen kommen sie zum Einsatz. Am Samstag dreht das Team gleich drei Folgen nacheinander – insgesamt sind daher neun Kinder am Set. Ob das nicht etwas stressig ist? „Nein, gar nicht!“ sagen Laura Blefari (13), Johanna Schreier (12), die Brüder Jonas (10) und Lukas (9) Mergenthaler wie auf Kommando. „Das macht einfach  nur Spaß“, spricht Laura ihren „Kollegen“ aus der Seele. Bei ihrer ersten Sendung war sie noch sehr aufgeregt. Mittlerweile denkt sie sich während der Aufnahme: „Nur die Kameraleute und die Techniker sehen mich, die zu Hause sehen mich jetzt nicht“. Die zu Hause, die sehen sie später. Sobald die Folge geschnitten ist und Laura eine DVD in die Hand bekommt, guckt sie das Filmchen sofort mit ihren Freundinnen an. Die finden das toll, interessieren sich dafür, was Laura und die anderen Kinder da so machen. Lauras Freundinnen haben dabei ihren Spaß: Sie drücken immer wieder auf die Pause-Taste des Recorders und lachen über die Posen, die dann zu sehen sind.

Auch Fehler passieren durchaus während eines Drehtermins. Johanna erinnert sich, einmal etwas total Falsches erzählt zu haben; der Satz hätte einfach gar nichts mit der Sendung zu tun gehabt. Nach viel Gelächter fing sie noch mal von vorn an – und dann klappte die Ansage auch. Bei einer Sendung, in der es um das Thema Wasser ging, fiel ein Mikrofon direkt ins Wasser. Ein neues musste her. In einer anderen Folge ließ sich ein „kalter Hund“ genannter Kuchen beim besten Willen nicht mit einem normalen Messer schneiden – er war einfach zu kalt. Da ist Improvisationsgeschick gefragt. Birgit Jäger, die vor Ort in der Kinderarbeit tätig und Ansprechpartnerin für „Hallo Benjamin“ in Rommelshausen ist, hat viel davon. Den kalten Hund hat sie damals mit einem Elektro-Messer bearbeitet, das sie schnell noch von irgendwo her organisierte. Und sie hat die Ruhe weg: „Versprecher passieren halt, darüber lachen wir dann einfach“ und danach wird die Szene noch einmal aufgenommen. Den Überblick behalten muss sie auch, wenn Kinder spontan nicht kommen können, beispielsweise, weil sie krank sind. So sagte bei einem Drehtermin ein Kind ab wegen Scharlach, die Vertretung kam freitags noch zur Generalprobe, samstags lag der Junge mit 39 Grad Fieber im Bett. „Da muss man immer wieder aufs Neue schauen, welches Kind in die Sendung passt“, sagt Jäger. Bislang hat es aber immer irgendwie geklappt.


Bild links: In der 50. Sendung von "Hallo Benjamin" backen die Kinder einen Bundestagstoast. Bild rechts: Die Kirchenmaus erklärt den Kindern, warum es gut ist, Regeln zu haben.


Dass nun schon die 50. Sendung über den Äther geht, können Johanna, Laura, Jonas, Lukas, Birgit Jäger und auch Beate Dreinhöfer gar nicht so richtig glauben. Was den Kindern am besten gefällt? „Alles halt“, lautet unisono die Antwort. Und die Obstspieße, die es in den Drehpausen zu essen gibt, die mögen sie auch. „Während der Drehpause bei einer unserer ersten Sendungen saß ein Junge so richtig entspannt in einem Sessel und sagte glücklich: ‚Das ist ja  voll der Luxus hier’“, erinnert sich Beate Dreinhöfer. Die Begeisterung der Kinder beflügelt sie. Und Gründe zur Begeisterung gibt es viele: So sind die beiden Jungs auch von der Technik fasziniert. Jonas durfte beispielsweise bei einer der ersten Aufzeichnungen durch die Kamera gucken, hat sich dann genau informiert, was am Mischpult geschieht. „Da kann man alle Bilder grün einfärben, oder blau“, schwärmt er. Sein Bruder Lukas pflichtet bei: „Und man kann die ganzen Bilder durcheinander bringen: Hier unten der Kopf, die Füße nach oben, oder das Bild steht schräg“, erzählt er begeistert.

Nicole Marten [Juni 2008]



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